Künstliche Intelligenz ./. natürliche Dummheit

Wie Menschen den Maschinen unterlegen sind ???

Ich höre es (fast) täglich. Und das seit gut und gerne dreißig Jahren. Ja, nein, man könne es nicht, haha, ne nee, wäre ja alles viel zu kompliziert. Wenn Manager, die Konzerne leiten, offenbaren, dass sie nicht in der Lage sind, einen Videorekorder zu bedienen. Oder Politiker, die über unser Schicksal entscheiden, und beim Handy wie die Deppen versagen. Oder ansonsten sich für klug ausgebende, klug haltende Menschen, die frech-fröhlich-feist grinsend schwabulieren: "Mit den Computern kann ich mich nicht aus". Jedenfalls nicht so gut wie das vierjährige Enkelkind. 

 

Deppen, Trottel, Schwachköpfe – ringsumher. Obwohl es ansonsten die ganz normalen Menschen sind, leitende Persönlichkeiten, angesehene Mitglieder der Gesellschaft. Die durchaus wissen, warum der Bundestrainer beim Fußballländerspiel besser X hätte hinten links spielen und vorne rechts die Flügel hätte öffnen müssen; angeblich jedenfalls wissen. Leute, die richtige Autos fahren, oder ersatzweise einen Audi. Die eine Skiausrüstung vom Feinsten haben, aber nur, um sich damit abends an der Apréskibar zu besaufen. Jedoch Windows oder Linux, Apple oder PDF, JPG-Komprimierung oder eingebettetes Farbprofil – ?! Hä, was ... ???

 

Dabei reden wir seit den späten 1970er Jahren davon. Von KI und Kybernetik. KI als Künstliche Intelligenz. Gemeint ist ähnliches bis gleiches wie Kybernetik, die Lehre von selbststeuernden (digitalen) Maschinen, vulgo Computer. Dabei steckt hinter allem eigentlich nur eine einzige Vokabel, nämlich Logik; ganz im wortherkünftlichen Sinne, von altgriechisch λογικὴ τέχνη logiké téchnē ‚denkende Kunst‘, ‚Vorgehensweise‘) oder auch Folgerichtigkeit. 

Philosophen, vor allem im buddhistischen Denk-Universum, drücken es als "Ursache & Wirkung" aus. Ja, aber, bitte, da ha'ms wir's doch: Wer kann schon einschätzen, was bewirkt, was er und sie gerade denkt und sagt und tut oder unterlässt ? ! ? !

"Was immer Du tust, bedenke das Ende", quidquid agis, prudenter agas et respice finem. Wer auch nur jemals im Leben eine einzige Programmzeile Software geschrieben hat, weiß, was gemeint ist. Die anderen offensichtlich nicht. Wer programmiert, muss zwangsläufig bedenken, welche Auswirkungen ein Code hat, sonst stürzt das Programm ab oder macht Quatsch. Hat man dies vermieden, hat man ein Problem:

Der Rest der Menschheit tut sich mehrheitlich schwer, es zu verstehen. Fühlt sich oder ist scheinbar der Maschine, dem Computer unterlegen. Menschen, die im Regelfall über hunderte, tausende anderer Menschen in irgendeiner Art und Weise gebieten oder auf ihr Schicksal Einfluss nehmen, stehen plötzlich vor einem simplen Emailprogramm und wissen partout nicht weiter. Sprechen wir erst gar nicht über die Banalitäten des Alltags von kleinen Schulkindern, etwa, ob man etwas besser mit einer WhatApps schickt oder per Facebook, ob man etwas streamt oder per dropbox shared. 

 

Wie kommt es, dass eigentlich doch ganz normale Menschen (in meinem Lebensumkreis) zu hilflosen Strauchlern werden, die "dümmer" sind als ein Computer für ein paar läppische Euro?

 

Des Rätsels Lösung ist einfach: Logik! Nicht der Computer ist schlau, sondern die Programmierer, die dem Gerät Funktionen möglich machen, sind diejenigen, die sozusagen folgebedenkend-schlauer sind als die meisten anderen Menschen. Wer "dümmer" ist wie ein Computer (also etwas nicht versteht, was mit de Kiste machbar wäre, oder wie es machbar gemacht werden sollte), der ist in Wirklichkeit einem anderen Menschen, nämlich einzelnen Programmierern oder riesigen Bataillonen davon unterlegen. Plötzlich trifft man – als unlogischer Mensch – auf Horden von logisch denkenden, zur Logik getrimmten, ausschließlich "wenn – dann – sonst" denkenden Informatikern ("wenn-dann-sonst" ist sozusagen die Mutter aller Logikbefehle beim Programmieren). Nicht Mensch gegen Maschine ist der "Kampf", sondern Chaoten versus Pedanten. 

Und wie das ausgeht, weiß man ja: immer im Streit. Nur, dass die Programmierer und ihre Computer immer recht haben, immer, und die User, die Chaoten, immer auf die blöden Computer schimpfen, immer. 

Was wunder, wenn in Kreisen von Computer-/Software-Programmierern eine völlig unabhängige Prüfregel existiert, die jeder, der auch nur eine einzige Ziele Code schreibt, beherzigen muss: Was immer Du tust, bedenke den Dau. Eben, damit es kein GAU wird, kein Größter Anzunehmende Unfall. 

DAU, der dööööfste anzunehmende User. Und davon gibt es, glaube ich, unglaublich viele. Eben das ist ja der eigentliche GAU.