Dadaismus. Ein Bekenntnis.

Wieviel Ordnung braucht der Mensch?

Ganz viel Ordnung braucht ein Mensch. Nämlich die totale in seinem Kopf. Die eine, SEINE Ordnung. Und jeder Mensch braucht eine andere. Woraus sich ergibt: nichts auf der Welt ist in den Köpfen der Menschen in Ordnung, jedenfalls nicht in einer, die alle Menschen teilen. 

Wenn es aber keine eine, also sozusagen "abolute" Ordnung geben kann, dann ist auch jeder Versuch, eine Ordnung als "in Ordnung" zu erklären – was soviel meint wie "so ist es richtig" – in sich widersinnig, widerlegt sich selbst. Es ist eine Retorsion, wörtlich: dreht sich in sich selbst um. Wer also Strukturen, Ordnungen, Regeln behaupten und durchsetzen will, muss sich bewusst sein, dass es immer nur solche in seiner Sicht, seinem Denken, seinem Wissen, seiner Logik, seiner Erlebniswelt sind. Weshalb sie keine allgemeine Bedeutung haben können. 

Wer Dada ernst nimmt, hat schon verloren.

Wer ihn nicht ernst nimmt, erst recht.

Wikipedia sagt:

«Dadaismus oder Dada war eine künstlerische und literarische Bewegung, die 1916 von Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco undHans Arp in Zürich gegründet wurde und sich durch Ablehnung „konventioneller“ Kunst bzw. Kunstformen – die oft parodiert wurden – und bürgerlicher Ideale auszeichnete.

Der Begriff Dada(ismus) steht im Sinne der Künstler für totalen Zweifel an allem, absoluten Individualismus und die Zerstörung von gefestigten Idealen und Normen. Man ersetzte die durch Disziplin und die gesellschaftliche Moral bestimmten künstlerischen Verfahren durch einfache, willkürliche, meist zufallsgesteuerte Aktionen in Bild und Wort. Die Dadaisten beharrten darauf, dass Dada(ismus) nicht definierbar sei.»

Dem schließe ich mich an. Das geht völlig in Ordnung. Dazu bekenne ich mich ...  :-))



DADA ist überall

Es gibt bekennende Dadaisten. Wie mich. Und solche, die sind es, und wissen es nicht. Das sind die meisten, um nicht zu sagen, alle, außer den Bekennenden. Sie meinen zwar wieder Sinn, produzieren aber Widersinn. 

 

Was mir so auf viel an schreib "Fehler"n und publi ziertem Kwatsch trage ich Mahl Pö-a-pö zu sammen.

 

Oder sammel Spry-Che und zieh Tate, zu wessen Menschen auch immer Vergnügen. 


Worte, die ich selbst so nie sagen wollte, es aber tat:

 

Schnell, schnell,
wer entschleunigt mich?

 

Herr Doktor, ich bin glücklich.
Was mache ich falsch?

 

Keiner mag mich leiden,

Du dumme Sau. 

 

Kannst du bitte

rasch mal warten?!

 

Ich bin nicht betrunken. 

Mich macht nur der Alkohol fertig.

 

Natürlich habe ich recht.
Wie sollte ich sonst

geistig klarkommen?

 

Dick werden ist kein Problem.

Nur die Textilindustrie versagt. 

 

Was ich kann, weiß ich.

Wer will das schon wissen können?

 

Um es mal ganz einfach zu sagen:

Alles ist so kompliziert!

 

Gestern hatte ich noch Probleme. 

Heute habe ich mich daran gewöhnt. 

 

Gibt es eigentlich noch normale Menschen?

Ich glaube, das wäre ziemlich ungewöhnlich.

 

Natürlich weiß ich alles besser als andere. 
Weshalb sie genau das nicht wissen können.

 

Mal ehrlich, lieber verkünde ich die absolute Wahrheit
als eine relative Dummheit, oder?!

 

Warum ich mich ständig selbst lobe?
Ist das klar – sonst tut's doch keiner!

Nur mal so ein Beispiel ...

Da gibt es in Solingen eine ernstzunehmende Wochenzeitung. Die berichtet auf der Titelseite über einen Ehrenpreis für eine ehrenwerte Mitbürgerin. Super. Toll.

Bis dann die Normalität, der Alltag und ein Computer zuschlägt, mit seinem verflixten Trennalgorithmus (den er dann wohl auch zu Trennal—gor—ithmus machen würde). Die hier lebende, ursprünglich Anderssprachige spricht nun gut Deutsch, die Zeitung und ihr Computer können's nicht.

Und wem dieser äußerst peinliche Fehler unterlaufen ist, das lassen wir mal dahingestellt. Ich jedenfalls struller mich erst mal nass, weil solche Klöpse passieren auch mir dauernd  – autsch :-((