Die Klingenstadt Solingen lebte, lebt von der Internationalität. Seiner geschäftlichen Tätigkeiten ebenso wie die Herkunft und Orientierung seiner Bewohner. Dass dies nicht immer leicht ist, bestreitet keiner. Dass dies aber möglich ist, dafür sorgen in Solingen viele. Sie beweisen es und sie machen darauf aufmerksam. Es is teiner der positivsten Aspekte der Stadt. 


«Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.»  


Zeichnung: Marcus Gottfried, Solingen
Zeichnung: Marcus Gottfried, Solingen

RICHARD VON WEIZSÄCKER †: «Kultur kostet Geld. Sie kostet Geld vor allem auch deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. ... Substanziell hat die Förderung von Kulturellem nicht weniger eine Pflichtaufgabe der öffentlichen Haushalte zu sein als zum Beispiel der Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich zumeist "Subventionen" nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen. Der Ausdruck lenkt uns in die falsche Richtung. Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überlebensfähigkeit sichert.»

Nachtrag: Inzwischen ist klar, das Geld ist nicht gestrichen, es ist nur "eingefroren" und wird vorläufig nicht ausgezahlt. Das ist vergleichsweise so, als ob Ihr Arzt nach der OP zu Ihnen sagt: "Keine Sorge, Sie sind nicht tot. Ihr Herz schlägt halt nur nicht mehr." In einer Stadt zu leben, deren politisch-geistige "Elite" unter Vormundschaft steht, jou, das ist ein echt gutes Gefühl. 


Die Politik hat – summa summarum und "unterm Strich" – das Kulturleben dieser Stadt kaputtgewirtschaftet, abgeschafft, aufs Substanzielle gefährdet. Nun schreien alle, Ehrenamt und private Initiativen müssen die Rettung bringen. Pardon, dann können wir als Bürger doch auch gleich die politischen Gremien und die Verwaltungsleitung übernehmen – wozu müssen wir Menschen wählen und bezahlen, die uns das Leben in dieser Stadt vergällen ? ? ? ? ?


KulturNacht ./. gute Nacht, Kultur

 

Wer wieder einmal anstelle selbst machbarer Erfahrung und der konkreten Realität nur platte Sprüche von sich geben und Vorurteile bis zum Erbrechen aufkochen will, könnte die Solinger Kulturnacht für eine Art Augenwischerei-Legitimations-Veranstaltung halten. Jaaaa, man macht es halt. Aber eben nur, um was getan zu haben. Noch weiter kann man nicht von der Wirklichkeit entfernt sein, als mit solch krudem Gedankenwerk. Nein, Solingen ist und hat Kultur, Kunst, Kreativität und gestalterisch-musisches Können. Und das in so großem Maße, dass kaum Platz in Events und Veranstaltungen bleibt, alles und jedes Sehens-/Hörenswerte zu präsentieren. Die Kulturnacht ist jährlich ein munteres Treiben in allerlei besonderen Locations, die Vielfalt präsent zu machen. Ob im Kult(ur)-Obus, den Museen, anderen öffentlichen Räumen: das ist ein Festival im besten Sinne, nämlich ein Fest für alle Sinne.

Termin vormerken für 2015, Ausreden gelten nicht: Samstag, 11. April 15, abends bis nach Mitternacht. Und am nächsten Morgen, Sonntag 12. April 15 in den Ateliers.

 

 

„Solingen ist wie New York. Jedenfalls haben wir die gleiche Telefon-Vorwahl.“