Absurdes

Wenn der widersinn zur Normalität wird

Mag ich mich aufregen? Jein. Aber ich will nicht hinnehmen. Nicht schweigen, wenn wieder einmal auf und in dieser Welt die Dinge pervertiert, auf den Kopf gestellt werden. Wenigstens drauf aufmerksam machen sollte man. Was heißt ,man'? Ich, ich will. 


Ausbildung zum Politiker in 5 Minuten

Mit ganz wenigen Tricks zum unverzichtbaren Allrounder

 

Politik machen – und damit Karriere, Einfluss und Macht sichern, Einkommen generieren – ist nicht schwer. Sofern man alles vergisst, was man als moralisch-gefestigter, meinungs-bekennender Normalmensch gelernt und bisher praktiziert hat. Und auch vergisst, dass Politik angeblich die „Kunst des Möglichen“ sei – nein, es ist die Pflicht zum Unmöglichen. Nämlich Vorteile für sich zu generieren, die durch Hoffnungen anderer initiiert und ermöglicht werden.  


Regel 1: Niemals konkret werden

Wer sich explizit und im Detail erklärt, läuft große Gefahr, an diesen Worten gemessen zu werden und sie später um die Ohren gehauen zu bekommen. Daher niemals sagen

Ich bin dafür, dass die städtische Hundesteuer nächstes Jahr auf 15 % der Futterpreise erhöht wird, da sollte sich keiner drüber beschweren,

sondern

Aufgrund der sich ändernden Gegebenheiten auch im Bereich von Haustieren, und ich nenne hier einmal beispielhaft Hunde, sollten wir in einem geeigneten Zeitrahmen das Verhältnis von Infrastrukturkosten der Vitalerhaltung mit den gesellschaftlich sinnvollen Finanzausgleichsinteressen im Rahmen kommunaler Budgetierung in eine neue Balance bringen. Natürlich muss es dazu in ausreichendem Maße Möglichkeiten des argumentativen Distanzausgleiches geben. Ich trete jedoch dafür ein, dass dies in einer Zeitspanne geschieht, die dem Problem gerecht wird. 

 

 

Dieser Satz ist zwar unwesentlich länger, braucht etwas mehr Atem und Sprechzeit, erspart aber spätere Rücktrittsgesuche und -erklärungen. Mit solchen Sätzen kann einem bis zur Auszahlung diverser Renten nichts mehr passieren.



Regel 2: Immer nur Entscheidungen kritisieren, niemals deren Substanz

Sagt ein – gefühlsüberwältigter – Politiker aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Flüchtlinge in dieses Land kommen, 

Wir schaffen das.

Ein wunderbarer Satz. Weil das „das“ niemals erklärt wird. Was schaffen wir? Keiner weiß es, wird und will es wissen. Weil der Satz im Nebel bleibt, ist er wunderbar geeignet, Politiker/innen, die solches sagen, massiv zu kritisieren. Beispielsweise durch

Dieser Satz ist ein historischer Fehler. Er hat Erwartungen geweckt, die niemand erfüllen kann. 

 

Der riesen-riesen-riesen-große Vorteil:

 

Man kritisiert den Satz als solchen, ohne auch nur im Ansatz zu sagen, wie denn die eigene Entscheidung aufgrund der realen Situation gewesen wäre. Und: Gelingt es einem, selbst ans Regieren zu kommen, muss man keine Lösung zustande bringen, man hat ja gesagt, dass dies nicht möglich ist. Der totalen Konfusions-Freiheit folgt die Koalitions-Disziplin, die zu gesellschaftlich-politisch-staatlichen Kollateral-Schäden führt. 



Regel 3: Keine Entscheidungen treffen, die man alleine verantwortet

Sagt ein – gefühlsüberwältigter – Politiker aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Flüchtlinge in dieses Land kommen, 

Wir schaffen das.

Ein wunderbarer Satz. Weil das „das“ niemals erklärt wird. Was schaffen wir? Keiner weiß es, wird und will es wissen. Weil der Satz im Nebel bleibt, ist er wunderbar geeignet, Politiker/innen, die solches sagen, massiv zu kritisieren. Beispielsweise durch

Dieser Satz ist ein historischer Fehler. Er hat Erwartungen geweckt, die niemand erfüllen kann. 

Der riesen-riesen-riesen-große Vorteil:

 

Man kritisiert den Satz als solchen, ohne auch nur im Ansatz zu sagen, wie denn die eigene Entscheidung aufgrund der realen Situation gewesen wäre. Und: Gelingt es einem, selbst ans Regieren zu kommen, muss man keine Lösung zustande bringen, man hat ja gesagt, dass dies nicht möglich ist. Der totalen Konfusions-Freiheit folgt die Koalitions-Disziplin, die zu gesellschaftlich-politisch-staatlichen Kollateral-Schäden führt. 



Regel 3: Keine Entscheidungen treffen, die man alleine verantwortet

Als XYZ 

(man denke sich eine Funktion mit Entscheidungs-Kompetenz aus) 

entscheide ich, dass …. abcdefghijklmnopqrstuvwxyz …(man denke sich irgend eine Entscheidung aus). 

 

Ein karriere-tödlicher Fehler, den man leicht vermeiden kann:

Auf der Basis der derzeitigen Gesetzeslage und in Abstimmung mit den zuständigen Stellen wird mir angetragen, folgende Regelung

(man denke sich irgendeine aus)

in Erwägung zu ziehen. Ich werde dafür in den nächsten Tagen die entsprechenden Gremien und Stellen kontaktieren und mir einen Gesamtüberblick verschaffen. Ich bin sicher, dass dann zügig eine Regelung getroffen werden kann, die den verschiedenen Aspekten in genügendem Maße gerecht wird und damit in der Sache einen weiteren Schritt nach vorne darstellt. 

 

 

Gerade der letzte Satz zeugt von ungeheurer Dynamik. Indem man die Situation bis zur Unerträglichkeit komplex und kompliziert darstellt, profiliert man sich aufgrund des unerschrockenen Vorgehens und festen Eintretens für einen Konsens als Retter in der Not, auf den man auch in Zukunft immer wieder gerne zurückgreift. 



 

Jetzt wissen Sie schon alles, was Sie wissen müssen, um Berufspolitiker zu werden.

Die nächsten Schritte:

  • In eine Partei eintreten oder eine solche gründen.
  • Bei allen Gremien und Sitzungen, die Sie nicht interessieren, anwesend sein und nach dem vorgestellten Muster das Wort ergreifen (Solange man keine Funktion hat, empfiehlt man sich bestens mit Sätzen wie

Hätte ich die Gelegenheit dazu, ich würde vorschlagen oder veranlassen, ….

  • Sobald man für einen Posten vorgeschlagen wird, sich zieren und unwürdig stellen, doch recht rasch zu verbindlicher Stärke zurückkehren und zwingend so formulieren:

Wenn es in diesem Gremium der Wunsch ist, mich in die Pflicht zu nehmen, werde ich mich dieser nicht versagen, sondern bemüht sein, die vielfältigen Erwartungen und Anforderungen zum Wohle aller zu koordinieren. Ich danke für das Vertrauen und verspreche Ihnen, dass Sie damit Ihr persönliches Anliegen bei mir gut aufgehoben ist. 

(Das ist die Basis, dass jeder hofft, er bekäme auch einen Posten, wenn Sie weiter Karriere machen.)

  • Von nun an sagen Sie jedem, der mit Ihnen spricht oder sie anruft, dass sie sich intensiv, diskret und mit all ihren Beziehungen für sein Anliegen oder Meinung einsetzt. Erfüllen Sie niemals einen Wunsch, geben Sie keinem Drängen nach. Sondern antworten nach quälend langer Zeit, dass Sie sich unentwegt mit des Anfragers Ansinnen beschäftigt haben, jedoch von allen die Antwort erhalten haben, dass es so nicht zu erfüllen oder jetzt der falsche Zeitpunkt sei. Nennen Sie nie, mit wem Sie gesprochen haben, weil Sie ja mit niemanden darüber gesprochen haben. 

Sonst hätten Sie sich bis auf die Knochen blamiert und es wäre Ihr Karriere-Ende. 

 

  • Warten Sie die Nominierung für ein bezahltes Mandat oder einen Posten mit hohem Salär ab. 
  • Machen Sie weiter im vorgeschlagenen Stil, werden Sie berühmt, gehen Sie in Talkshows, geben Sie Interviews, – und treffen Sie niemals selbständig eine Entscheidung.
  • Meiden Sie von nun an Gremien und Personen, die Ihnen den Karriere-Aufstieg ermöglicht und Sie nominiert/gewählt haben. 


Jetzt wissen Sie schon alles, was Sie wissen müssen, um Berufspolitiker zu werden.

Übrigens, für diese Ratschläge erwarte ich keine Entlohnung.

Aber sicherlich werde ich, wenn es denn Konsens und Wunsch ist, nicht ablehnen, mich in die Pflicht nehmen zu lassen, die verantwortungsvolle Aufgabe XYZ bei ABC auszufüllen. 

Sie können auf meine Diskretion vertrauen und ich werde alle Angelegenheiten im Sinne der mir auferlegten Intentionen zu berücksichtigen wissen, dafür stehen meine Erfahrung mein fester Wille, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die der Sache gerecht werden, die wir gemeinsam vertreten und niemals in Frage gestellt werden darf. 


Kind reicher Eltern. Also "Durchschnitt"?

Mir ha'ms doch reichlich, Ha'mwA's etwa nich?

Apple ist ein sehr fürsorgliches Unternehmen. Da wundert es mich doch nicht, dass rechtzeitig vor Muttertag eine dem Bildsujet nach eher an Kinder und Heranwachsende gerichtete Mahnung kommt, doch der lieben Mama zu gedenken. Die vielleicht, wie furchtbar, noch immer mit ihrer prolligen Junghans- oder Rolex- (nur ein paar Brillies drin) oder Cartier- oder Hublot-, oder ganz ganz ganz schlimm, mit einer Swatch rumläuft. Da macht sich Kind doch sorge und kann nur sagen: O ja, während des Jahres fährt mich Mama so oft zum Ballet und Tennis, kauft mir Snowboards und jede Woche Sneaker, da muss sie zum Muttertag, wenn sie wieder einmal schön das Frühstück richtet, auch recht bedacht werden.

 

Richtig!, sagt Apple, gut bedacht und was wäre einer liebenden Mutter noch liebsteres Geschenk als eine allerliebst daherkommende Watch. Eine Apfeluhr.

Wäre sie doch, die Mutter, auf diese Art und Weise stets mit dem Jüngling in Kontakt, weit über Whatsapp und "friends around me" hinaus. Hätte schon das Werkzeug, um demnächst das iCar zu starten, das irgendwann kommende Apple-Auto, das nur fährt, wenn man eine Watch umgeschnallt und ein iPhone dabei hat. Weil, wenn es – das Auto – selbstfahrend vor die Wand kracht, wird exakt der Todeszeitpunkt festgehalten und per iMessage dem diensthabenden Pathologen mitgeteilt. Auch, um Puls und tägliche Schritte in der Küche zu messen, ist eine Watch vollkommen unentbehrlich. Das weiß jedes Kind. Kein schöneres Geschenk für die liebe Mama also könnte es geben ...

 

Einzig, der Blick in die Preisliste verstört ein wenig. Nun ist ja Apple, wie jeder IT-Experte weiß (also 99,999% der Bevölkerung nicht), längst schon via Elektronik ins Musik- und Modegeschäft eingestiegen, ins Film- und demnächst eben auch Automobilgeschäft, verdient das Geld also mit allem, nur nicht mit Computern, aber irgendwie müssen ja auch die Mamas und Papas der so lieb an sie denkenden Kids Geld verdienen, damit diese der Mama zum us-amerikanisch-erfundenen Muttertag das rechte Geschenk machen können. Ein Truthahn reicht nicht, der kommt erst ein halbes Jahr später. 

 

Es gibt sie natürlich schon für lächerlich geringe 349€, doch wer will die so geliebte Mama mit Armer-Leute-Uhren düpieren. Dann doch die mit dem Ärmäääs-Armband (für Ironie-Ungeübte: Hermès, also das Zeugs, das Sie auch sonst immer kaufen) in Leder, welches schon für eintausendvierhundertfünfundfünfzig Euro schnellstens zu bekommen ist. Dass man nützliches Zubehör, wie beispielsweise einen Lautsprecher zur Uhr (hatte schon mein Großvater) für um die 250 Euro dazu haben kann, ist ja wohl klar. 

 

Also das sollte einem Mama doch schon wert sein. Dann muss man eben halt mal eine Woche etwas sorgfältiger mit dem Taschengeld umgehen. 

 

Und vor allem nicht von diesen Idioten von Statistikern und Politikern belabern lassen, die wieder mal glauben herausgefunden zu haben, dass mindestens 25 % der Kinder in Deutschland unterhalb der so genannten Armutsgrenze leben. Selbst wenn man die noch nach oben verschiebt, um die ganz armen von den nur ein bisschen Armen zu unterscheiden: Ja, aber so tausend Euro Taschengeld pro Kid, ja nun wirklich aber auch, das ist ja wohl drin. 

 

Wenn nicht, ist es auch keine Mama, die eine Watch verdient hat ! ! ! ! ! ! 

 

Je suis horrifié – Ich bin entsetzt

Gleichwohl rechtens, muss nicht alles richtig sein

 

Die Zulassung der Klage eines sich be- und getroffenen fühlenden Auslandsbewohners in Deutschland gegen einen deutschen Satiriker hat eine logische Konsequenz:

 

Nun darf Erdogan wegen Menschen- und Freiheitsrechtsverletzungen,
begangen in der Türkei, in Deutschland angeklagt werden. 

 

Denn das besagt die Logik aus Merkels Votum. 

Und – sie handelte sehr wohl nach deutschem Recht.

Aber auch insgesamt richtig ????

 

Vielleicht muss man ja dann den Terroristen, die die Charlie Hebdo-Redaktion mordeten, zwei, drei Tote weniger anrechnen, weil die Redaktion ja die Al-Quaida-Hardliner durchaus auch ein wenig beleidigt haben … ????????????

 

Und vielleicht dürfen ja auch in Syrien noch ein Städte totgebombt werden, weil Baschar al-Assad beleidigt wurde. Trump darf Schwule verbieten, weil das seine Ehre kränkt. China darf weiter hinrichten, weil die Deliquenten die Staatsmacht düpiert haben – – – und, und, und ...  ???????????

 

Ob die Satire Böhmermanns schlechte Kunst war, ist eine andere Frage.
Da kann, darf, muss man laut „Pfui“ rufen, wenn einem das so erscheint.
Und es wäre konsequent, den Konsum seiner Werke zu boykottieren. 

 

Aber – und das ist besonders zu bedenken – wenn Kunst nicht auch einmal irren darf, wie soll Kunst dann wissen, wo die Grenzen sind, die sie nicht überschreiten sollte?

 

Vielleicht sollten wir demnächst alle Kinder schlagen und misshandeln, die frech gegen ihre Eltern sind, obwohl die Kinder ermahnt worden sind. Merkel würde es gefallen und sie würde dieser Bestrafungsform sicher Grünes Licht geben. Ihrer Logik nach. Lieb sein ist nämlich Pflicht. Von Gesetz wegen. 

 

Es sei daran erinnert, dass solche Form von Satire einst im Dritten Reich die einzige Form war – quasi durchs Verneinen des Verbotenen –, um noch Botschaften loszuwerden und die Absurdität satire-gerecht zu überzeichnen.
Es läuft einem kalt über’n Buckel, wenn man jetzt erlebt, dass diese sicherlich extrem „schmerzhafte“ und für viele schwer verständliche Kunstform (eigentlich die logisch Überspitzung von Dada) wieder in der anklagenden Kritik steht – sozusagen mit zumindest moralischem Verbot belegt wird. 

 

Es geht nicht (mehr nur) darum,
den Satiriker Böhmermann zu verteidigen –
sondern die Meinungsfreiheit.
Sie ist IMMER mit der Gefahr verbunden,
„zu weit zu gehen“. 

 

Würden wir jeden Politiker anklagen, der schon einmal andere beleidigt hat, ich bin sicher, wir hätten keine mehr. Keine Politiker mehr, nicht keine Anklagen mehr. 

 

Und wer wissen will, wie die Schmähkritik gemeint ist, hier ist es dokumentiert:

http://www.spiegel.de/kultur/tv/jan-boehmermann-das-sind-die-fakten-der-staatsaffaere-a-1086571.html

 

Der Paragraph der „Majestätsbeleidigung“ ist derzeit dieser:

https://dejure.org/gesetze/StGB/103.html

 

Im übrigen: Es ist aus Sicht der Kanzlerin durchaus richtig, die Entscheidung der Justiz zu übertragen – denn so ist es im heutigen Deutschland vorgesehen. 

Nur wäre über diesen de-jure-Vorgang hinaus ein klares Wort, eine klare Stellungnahme das gewesen, was die meisten erwartet hätten. 

 

Demokratie darf kein Wegducken sein.
Dieses Vergehens hat sich Merkel – wieder einmal, viel zu oft – schuldig gemacht. 

 

Demokratie braucht Meinung. Auch wenn sie weh tut.

Und kein Wischiwaschi, das zum Schluss Politik genannt wird. 

 

Lieber einmal bei schlechter Satire aufschreien, als wegen des Vermeidens von Fehlern schweigen zu müssen. 

 

Je suis horrifié. — Ich bin entsetzt. 

 

_________________

 

Nachtrag: Dürfen nun auch wir, wir Deutschen, wir Belgier, Franzosen, Engländer, Schweden usw. in der Türkei Klage einreichen, wenn deren Staatsoberhaupt die Presse unterdrückt und damit "westliche" Moral und Gefühle beleidigt? Dürfen wir Kriegsherren in deren jeweiligen Ländern anklagen, weil sie nicht nur beleidigen, sondern töten – dürfen wir für US-Präsidenten, die möglicherweise dies nicht gewollt haben, aber de facto förderten, die in den USA übliche Todesstrafe fordern, weil sie nämlich durch ihre Soldaten unglaublich viele Menschen töten ließen? 

 

Mehr noch: Dürfen wir, auch und vor allem hier in Deutschland, wieder zulassen, dass nunmehr Toleranz – vor allem in der Kunst – zurückgeschraubt wird auf den Jähzorn einzelner? Noch einmal zur Erinnerung: Genau das war ein wesentlicher Punkt, der das deutsche Dritte Reich zum Horror gemacht hat und schließlich den Nährboden schuf für noch entsetzlichere Gräueltaten, die im bestialischen Morden endeten. 

 

In meiner persönlichen politischen "Erziehung"=Bewusstseinsbildung, in sehr offenen und vielschichtigen, von einem unbedingten Willen zu Frieden geprägten Gesprächen in den 60er und 70er Jahren, wurde uns immer wieder von älteren aus deren Erfahrung eingebläut, seid achtsam: "Wehret den Anfängen". Ein Satz, der auf den römischen Dichter Ovid (um Chr. Geb.) zurückgehen soll und noch heute aktiv und aktuell genutzt wird. 

Das Behindern von Toleranz vor allem der Kunst gegenüber darf – so widersprüchlich es sich anhören mag – keine Toleranz erwarten.
Will sagen: Wer Kunst angreift, macht sich strafbar. — Nicht der Künstler. 

 

Dem könnte man gehörig den Marsch blasen, weil er vielleicht so schlecht, geschmacklos, überheblich war. Aber wenn aus bis zum Exzess überspitzter Satire plötzlich Realität wird – – dann war der Künstler wahrlich nicht schlecht. Sondern hat genau das getan, was der Künstler Aufgabe ist: ihre Mitmenschen anzuregen, die Welt anders zu betrachten als in ihren jeweiligen Vor-Urteilen. Absurditäten kann man manchmal nur durch Absurditäten sichtbar machen. Was eben nicht, auch auf Geheiß eines türkischen Intoleranz-Potentaten, zu verurteilen ist, solange es Einzelfall bleibt. Man kann es rügen. Das muss anfänglich genügen. 

In anderen Bereichen, z. B. Presserecht und Werbung, im Arbeits- und Geschäftsleben gilt dies auch, für Kunst muss es erst recht gelten. 

 

==============

 

Summa summarum: Ganz sicher geschieht, was die Kanzlerin entschied, was deutsche Gerichte entscheiden werden, nach derzeitigem Recht und Gesetz. Aber immer mehr erleben wir, dass die Gesetze nicht mehr den Zeitgeist abbilden, schlichtweg "veraltet" sind. Wenn Recht nicht mehr überwiegend zum Gefühl der Mehrzahl der Mitglieder einer Nation passt, dann passiert, was schon oft passiert ist: Sie zerbricht. Dann ist irgendwann der geringste Anlass Auslöser für die größtmögliche Katastrophe.

Dann kann auch Kunst nichts mehr retten.

 


So sehen wohl viele Bürger den Wandel der Kanzlerin:

Ausgehend von einem gesunden Selbstvertrauen in die eigene Stärke schliddert man in eine trübe Unklarheit, um dann beim Kuschen und Vertuschen zu landen ...  ???

Ausgangsbild (rot): Wahlkampf 2013 der CDU, Photo Armin Linnartz (from: Wikipedia, ccCommon-Lizenz); Fotoretusche & Text: hgw
Ausgangsbild (rot): Wahlkampf 2013 der CDU, Photo Armin Linnartz (from: Wikipedia, ccCommon-Lizenz); Fotoretusche & Text: hgw

Gebrabbel. Geplapper. Hautpsache, irgendwas. Egal, was!

"Schaaahaaatz, kaufst Du mir ein Kind?"

Lust auf Einkaufen. Bekanntlich lohnt ja Lidl immer. Joghurt ist im Haus, Erbsensuppe auch, die Katzen haben zu fressen, Lammkrone liegt im Kühlschrank. Ach, nehmen wir doch noch ein Kind mit. Ein nettes. 


Gut, dass alles immer einfacher wird, im Leben, bei der Arbeit, im Beruf. Und danke, Adobe, dass Du uns dabei hilfst, dass wir es ganz einfach haben. Vor allem ist es sofort zu verstehen, wie einfach Dein Programm ist, das hilft, dass alles einfach ist ...


Wenn die Mädels nicht so flennen würden

Sexismus. Die so herrlich einseitige Intoleranz.

Eine Meldung ...

Preis-Sexismus in Großbritannien trauriger Alltag

 

Konzerne freuen sich: Frauen zahlen von Kindesbeinen an drauf

 

(pte 22.01.2016) - Ob in der Einkaufsstraße oder auch online, in Großbritannien zahlen Frauen bei vergleichbaren Produkten wesentlich mehr als Männer. Und wenn es einen sexistischen Preisaufschlag gibt, dann beträgt er im Schnitt gleich 37 Prozent, berichtet "The Times". Das hat eine Analyse hunderter Produkte von Bekleidung über Rasierer bis hin zum Kinderfahrrad ergeben. Nachvollziehbar scheint dieser Frauen-Aufschlag in der Regel nicht. Klar ist dafür, dass das Problem keineswegs nur auf Großbritannien beschränkt ist.

 

"In einem Fall verlangte eine Handelskette für zehn Wegwerf-Rasierer den doppelten Preis, weil sie pink sind", heißt es im Bericht. Die Bic-Rasierer sind freilich nur die Spitze eines Eisbergs, so kostet ein bestimmtes Kinderfahrrad  gleich zehn Pfund mehr, weil es mit Blumen statt Totenschädeln verziert ist.

 

Die absurde Preisdiskrepanz findet sich bei Produkten aller Art. So kostet der Jeans-Klassiker Levi's 501 Frauen rund 46 Prozent mehr. "Wir verdienen weniger und müsssen mehr bezahlen. Wie oft wollt ihr Frauen noch abzocken?", ärgert sich Sam Smethers, Geschäftsführerin der Frauenrechts-Organisation Fawcett Society gegenüber "The Guardian".

 

Wie sich zeigt, betrifft die sexistische Preisgestaltung auch Fußballschuhe. Während Nike in seinem britischen Webshop funktionelle Modelle ab 30 Pfund anbietet, zahlen Fußballerinnen mindestens 125 Pfund. Ein pressetext-Check zeigt, dass Ähnliches auch im deutschen Nike-Webshop gilt. Herren-Fußballschuhe gibt es hier ab 45 Euro oder in Aktion auch günstiger. Der günstigste Damen-Fußballschuh kostet mit 155 Euro mehr als das Dreifache. Vermutlich muss Frau schon froh sein, dass ihre Fußballschuhe wenigstens keine hohen Absätze haben.

 

... Ein Teil der Aufschläge ergäbe sich demnach vielleicht sogar aus scheinbar legitimen Gründen wie besseren Materialien. Allerdings bleibt selbst dann immer noch zu kritisieren, dass Hersteller Frauen gar keine andere Wahl lassen, als mehr zu bezahlen.


Das ist eben der Unterschied von Mann und Frau: Mann schaut sich um und sucht bedächtig (oben) aus; Frau dagegen (rechts) ergreift gleich Partei.

Vielleicht sind es ja die viel zu großen Ansprüche, die Frauen stellen, wenn sie Waren kaufen, die den vermeintlich höheren Preis ausmachen. Warum sollten Damen nicht in dieser eleganten Alltagskleidung, wie sie von diesen Herren getragen wird, auf den Platz laufen? – – Und noch ein Beispiel: dieser Herr mit der eleganten Brille (Louis Réard, unten) erfand den Bikini — und, trug er ihn? Nein, er selbst hielt sich zurück und gab nicht sündhaft viel Geld für sündhaft wenig Stoff aus. Woran man erkennt, woran es Frauen offensichtlich mangelt: An der Leidenschaft zum Verzicht.

... und ein paar Gedanken dazu.

 

Die interessante Frage ist doch: wieso kaufen Frauen einen Rasierer in Pink – und nicht in Blau, obwohl dieser für die Hälfte zu bekommen ist? Warum kicken Frauen nicht in Herren-Fußballschuhen kleiner Größe? Warum kaufen Frauen Fahrräder mit Blumen, Totenschädel tun's doch auch, der Fahrtüchtigkeit des Rads ist das egal!

 

Und damit ist man auch schon bei der Lösung dieses scheinbaren Phänomens angelangt: Es ist nämlich gar nicht einseitig. Würde man es untersuchen, ich bin sicher, ich wette hoch: Frauen zahlen für Autos 10, 20 Prozent (und mehr) WENIGER – weil sie all den blöden Schnickschnack weglassen, den Männer an Autos unwiderstehlich finden. Mit 200 PS dauernd im Stau zu stehen, auf solch einen Stuss kann nur ein Mann kommen – und muss dafür mächtig blechen. Da kann sich Frau aber Tausende Rasierer für kaufen. 

 

Um einen Nagel in die Wand zu bekommen, kauft Frau einen Nagel und einen Hammer. Ein Mann einen Werkzeugkasten und ein Nagelsortiment. Ach ja, Werkzeugkasten natürlich mit app-gesteuerter voll-digitaler Bohrmaschine, ist doch klar. 

Emotionale Illusionen

Wenn man Meldungen wie solche nebenan liest, fragt man sich wirklich, warum lässt man Journalisten und Feministen nicht erst etwas vernünftiges lernen, bevor sie überhaupt eine Zeile schreiben dürfen. Denn ist es nicht schon seit jeher, da es Werbung und Marketing, Verkaufen und Preisgestaltung gibt (und das gibt es schon seit Tausenden von Jahren !!!!!) genau das ZIEL aller Bemühungen, die Menschen bei ihren emotionalen Illusionen zu packen und sie dafür abzuzocken?!

 

Preise, man muss da noch mal knochentrockenen Studienstoff zitieren "sind die in Geld ausgedrückten WERTE einer Ware oder Dienstleistung".

 

Wenn Frau auf Pink und Blumen und Fußball spielen WERT LEGT, dann muss sie halt dafür zahlen. Männer legen auf Autos und Werkzeugkästen Wert und werden dafür geschröpft. 

 

Nur: Männer klagen nicht drüber, die sind auch noch stolz darauf. Die Mädels flennen immer gleich ... — Heulsusen!


Na bitte, Mädels, Ihr wollt es doch auch !


Diese ewige Diskussion um Gleichstellung ist doch nur noch von Vorurteilen bestimmt. Unten: links Mann, rechts Frau. Ja, welche nüchterne Frau würde sich auch von einem betrunkenen Mann fahren lassen?

Doch schon längst ist diese Gleichheit in den Preisen eingezogen, weshalb die obig-linke Pressemitteilung als Lügenpresse enttarnt werden konnte: Siehe da, die Preise für Männer und Frauen sind gleich. Dass die Interessen unterschiedlich sind, ja, dafür können weder die Bücher noch deren Preise.



So. Und jetzt habe ich ein Problem. Erkläre ich ausdrücklich, dass dieser ganze Artikel AUCH Ironie und Satire ist, gibt es bestimmt emanzipierte Frauen, die mir vorwerfen, ich würde sie für doof halten. Erkläre ich es nicht, gibt es bestimmt Doofe (ich habe NICHT "Frauen" gesagt!), die es für Emanzipation halten, sich über die Zeilen und Bilder zu empören. Un' wat nu' ?

Wählen Sie Ihr Elend selbst

Google ist so amerikanisch, dass wir es nicht verstehen

Eine böse, feindliche Macht, Bande, Verbrecherorganisation hat sie gekidnappt, gefangen genommen. Und fragt Sie ganz freundlich: wie sollen wir Sie denn töten, suchen Sie sich doch bitte Ihre Todesart selbst aus. Pervers, oder? Oder eben nicht, sondern Google. 

 

Grundsätzlich: Werbung ist ja per se nicht schlecht, oft nützlich und hilfreich. Werbung hat immer das Problem, wenn man nach ihr fragt, ist es eigentlich schon (für den Anbieter) zu spät. Wünsche wecken kann man nur, wenn man – wie wir gerne formulieren – "ungefragt ins Haus kommt". Sich also aufdrängt. 

 

Komisch, als es noch und nur Zeitungen, Zeitschriften, gedruckte Magazine gab, hat es zwar manchmal aufgeregt, so viel Werbung zu lesen. Aber so richtig böse war kaum einer darüber. Erst mit der Allgegenwart der digitalen Medien und ihrer Allgegenwart der aufgedrängten Werbung wurde dies ziemlich anders. Adblocker, Programme, die Werbung unterdrücken, sind stark gefragt. 

 

Stark gefragt, im doppelten Sinne, ist auch Google. Und Google fragt sogar danach, welche Werbung man haben möchte. Die, deren Themen und Bezug man selbst auswählen kann. Oder solche, die einfach nur so, unsortiert, auf die Bildschirme und die Suchergebnisse, in Facebook und anderes flattern. Keine Werbung zu bekommen, kann man im weiten Google-Imperium nicht einstellen. Und dieses Imperium umfasst viel bis fast alles, was heutige Normalmenschen mit ihren Smartphones, Tablets und Computer so machen. 

 

Google verkörpert das Recht der Menschheit auf die Freiheit, keine Freiheit zu haben. Also das amerikanische Ideal von Demokratie: Das Volk ist souverän, solange es dem Staat gehorcht. Meine Freiheit ist die, Deine zu unterdrücken. Was ich will, das geschehe, auch wenn Du es nicht willst. 

 

Das verstehen wir nicht, ist aber amerikanisch.
Und wir sind ja eben keine Amerikaner.
Jedenfalls nicht die unter uns,
die nicht Werbung, Marketing und Vertrieb gelernt oder studiert haben. 

Wissen aus der Apotheke

Die Apothekenumschau ist die Vorbereitung auf das Rentner-Abitur. Hier lernt man, was man im Leben sowieso nicht (mehr9 braucht. Wie beispielsweise aus dieser Meldung:


Voller Bauch verliebt sich gern

Zum Essen ausführen, ein Picknick, etwas Leckeres kochen: So werden Frauen schwach

18.10.2015 – 10:00 / Baierbrunn (ots) - "Darf ich Sie zum Essen einladen?" Dies Angebot an die Angebetete ist der Beginn manch einer romantischen Beziehung. Männer machen das intuitiv richtig: Das weibliche Gehirn reagiert stärker auf romantische Reize, wenn der Magen voll ist, berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf US-Forscher. In einer Studie sollten sich Frauen romantische Bilder anschauen. Ihr Belohnungszentrum im Gehirn war dabei aktiver, wenn sie satt waren, als wenn sie Hunger hatten.


Deklinieren wir diesen Erkenntnisgewinn doch mal durch: Was ist, wenn SIE die Schnauze voll hat; ist das dann eine spezielle Form sexueller Erregung? Oder wenn er Ihr bis zum Hals steht – Würgereiz oder Orgasmus-Booster?  Wirkt sich die Art der Speisen auf die Libido aus? Eta: Pizza macht platt, Steak weckt Fleischeslust, Eier nur an den fruchtbaren Tagen? Voller Bauch, lernt man doch, studiert nicht gern. Das heißt, Frauen mit Speckrollen blicken bei Männern nicht durch? - - - Und so weiter. 


Will sagen: Pillen aus der Apotheke mögen ja gesund sein. Die Apotheken-Umschau kann einen ganz krank machen.


Lass Hirn regnen. Aber als LED-Licht.

Ein paar Namensänderungen sind angebracht. Aus Ramadan – auch zu deutsch Fastenmonat – wird Nachtessen-Periode. Aus Jom Kippur werden Ruhetage. Das buddhistische Vesakh-Fest wird Buddha-Superman, Vater- und Muttertag haben wir ja schon (Wurzeln: berlinerische Trinkfestigkeit und amerikanisches Profitstreben der Blumenhändler). Ostern ist dann Eierfest und Weihnachten die Gifts-Night.

 

Das jedenfalls legt nahe, was jetzt bemühte “wie verhindern wir Integration”-Eiferer der Nordstadt Solingen an den Tag legen.


Wir erinnern uns: Deutsche als Gutmenschen wollen alles besonders gut machen; mithin möchten sie, dass die, die hier fremdeln, sich bei uns wohl fühlen. Wir raten dann mehrheitlich und seit Jahren gebetsmühlenartig-mantramurmelnd wiederholend zur Integration. Im Sinne: fühlt Euch doch bitte mitten zwischen uns wohl und wie zuhause.

 

Womit wir irren. Weil Integration wörtlich mit Erneuern zu übersetzen ist, beruht das Wort doch auf dem Lateinischen integrare – und nicht auf integer, unberührt. Nein, es geht ums Erneuern, integrare, Integration. Nicht, wie wir tumben Bürger immer angenommen haben, um das “Hineinwachsen” oder “aufnehmen” in Bestehendes. Um Neues geht es, wenn es um Integration geht. Also um radikale Veränderungen des Bisherigen. 


Genau das ist denen gelungen, diesen Eifereren, deren Eifer eher Zweifel zu wecken imstande ist. Weil sie den guten, alten, sinnhaltigen, Barmherzigkeit, Brüderlichkeit, Freude am Teilen, gut-zueinander-sein-Gedanken zelebrierenden St. Martin ganz einfach vom Pferde verbannt haben. Und nur noch das Pferd gelten lassen.

St.-Martins-Umzüge waren und sind emotional, so dass sich die Story  einprägt. St. Martin, der den Armen konkret und selbstlos hilft. Dass er zufällig auch ein katholischer Heiliger ist – stört das irgendwen?


Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Mitleid und konkrete Hilfe für die Bedürftigen: Mir ist nicht bekannt, dass eine Religion dieser Welt diese moralischen Gebote oder Grundsätze nicht voranstellt. Ich kenne keine von denkenden und geistig regen Menschen ernst genommene religiöse Philosophie, die Hass und Gewalt, menschliche Kälte und Hilfsverweigerung zum Inhalt hat; ich kenne nur Personen(gruppen), die dies praktizieren – außerhalb jeglicher akzeptabler Moral.

Also ist St. Martin doch eigentlich, ob katholisch oder nicht, who cares, genau das Symbol, das derzeit in der politischen Situation Europas 2015 mit seinem neuen Status “Flüchtlings-Aufnahme-Staaten” zu sein, braucht.

 

 

Dieser St. Martin ist doch genau das, was wir uns vor Augen halten können, um zu begreifen: Liebe Deinen Nächsten. Lass ihn bildlich wie wörtlich weder frieren noch hungern. Hilf im konkret mit dem, was Du Dein eigen nennst. St. Martin, außerhalb aller religiöser Gefühls- und erst recht Dogma-Welten: Exakt das ist, was wir jetzt brauchen, um wieder Mut und Tritt zu fassen.

 

Dieser St. Martin kann einem sympathisch sein, Vorbild, Ansporn, Leit-Idee, egal, welcher Religion, welchen Glaubens man ist – außer, man hätte Hass und den Leidenden verrecken lassen als sein Ideal.


Doch dann dies aus der Solinger Nordstadt. Da wird ganz offiziell der St.-Martins-Umzug, diese wallfahrtähnliche gemeinsame Gedenkveranstaltung für Teilen, Helfen, Not lindern zum - - - banal-blöden

 “Lichterfest mit Laternenwanderung”. Wird also, und das ist wirklich nicht banal, sondern blöd (Blödheit per Definition = Urteilsschwäche und Mangel an Selbstvertrauen) seines Sinnes beraubt, indem der Name, der Symbol war und ist, verschwindet. Warum? Was hat das für einen Zweck außer dem, die Gesellschaft, in der wir leben, neu zu gestalten. Indem wir die alten Werte, die gut waren, denen man vertrauen konnte, völlig ohne Not und dazu noch an der falschen Stelle kippt, tötet, verschwinden lässt. Und damit Werte-Mangel fördert.

Gerade für Kinder, die emotionale Führung brauchen, suchen, zu Grundsätzen verfestigen, eine katastrophale geistige Kastration oder eine emotionale Vergewaltigung. Das Besondere wird zum Tralala zurückgestuft. Hurrah, wir treffen uns bei der nächsten Night-food-Party im Ramadan, oder?! 


Deutschland ist ein Land, in das derzeit Geschundene aus vielen Ländern fliehen, weil sie hier neben materiellem Auskommen auch moralisch-geistige Stabilität erhoffen. Wie wollen wir das bieten, wenn wir dabei sind, das, was gemeinsames Kulturgut ist, wie eben die Grundhaltung, die durch St. Martin symbolisiert wird, ganz einfach abschaffen. Unterscheiden wir bald nicht zwischen “Unbarmherzigen” und “Spendern”, sondern einzig zwischen Echtlicht- und LED-Fackelträgern?


Hätten nur akademisch verquerte Sozialtheoretiker diesen ganz fürchterlichen Quatsch erfunden, man könnte es ja deren mangelnder Kenntnis zuschreiben. Dass aber der Aufruf sehr wohl auch die Unterschrift der AWO, also eines Wohlfahrtsverbandes trägt, macht fassungslos, lässt ungläubig staunen. Die gleiche AWO, die als lobenswerte Institution Flüchtlingen massiv hilft, die von Mitbürgern Spenden erwartet und braucht (also St.-Martins-gerechtes Teilen !!!!!!!!!!!!!!!!!! ), dieselbe AWO deklassiert das symbolische St.-Martins-Epos zum bloßen Abenteuer-Massengetrampel bei Dunkelheit. Fehlt jetzt nur noch, dass die Kids nicht selbst laufen, sondern von Hubschrauber-Eltern per SUV und Zweitwagen zum Lagerfeuerabenteuerspielplatz gefahren werden. Das Feuer besteht eh aus LED-Funkellichtern a la Nikolauszipfelmütze, app-gesteuert, nehme ich an.


Ich habe ja lange nicht mehr gebetet. Aber heute fange ich an: Herr, lass Hirn regnen. Weil wir bald an dem dürsten, was uns geistige Nahrung sein muss: Hoffnung, es gäbe noch eine religions-übergreifende Moral auf der Welt.


Oder konzentriere ich mein Hilfeersuchen vielleicht sogar auf die und den falschen. Denn herausgegeben ist das Plakat vom – Oberbürgermeister der Stadt Solingen. Nun, es ist noch der alte, der tritt in diesen Stunden übrigens ab. Und ein neuer kommt. Der wiederum kommt – von eben jener AWO, die mitunterschreibt, dass Deutschland keinen St. Martin (mehr) kennt, sondern nur noch Lichterwanderungen. Und dieser neue Solinger OB ist zugleich oberster Vertreter der katholischen Gläubigen im Rheinland. Wie wird der seinem Bischof erläutern, was jetzt zu fordern ist: Wird aus St. Martin und den an ihn erinnernden Umzug eine Lichternacht, muss jedes Hochamt im Dom ab sofort konsequenter Weise auch Klingeling-Fete heißen, Christi Himmelfahrt wird zum Orbit-Tag, die Kommunion zum come-in, Karfreitag zum hang-up-day und Ostern zum back-to-life-happening. 


Daher mein erneutes Stoßgebet: Herr, lass ...  - -  ach was, lass es, es ist sicher schon viel zu spät. Wir haben ja Integration. Erneuerung. Da hast Du eben nichts mehr zu sagen. Basta.
St. Martin übrigens auch nicht, wenn es Dich tröstet. 


Wenn wir in Deutschland die Basis unseres Denkens, Moral, unserer Werte verleugnen und beseitigen – ja, warum soll sich dann in diesem Land noch jemand wohl fühlen? Dann haben wir Multi-Kulti endgültig abgeschafft. Weil Deutschland seine Kultur verloren hat – oder eben, ich bleibe dabei, aus Blödheit verleugnet. Die Sprachwurzel Blödheit ist auch auf „schwach, weich” zurückzuführen. Symbolisch: kraftlos, ermattet, und damit auch hilflos.



Greatest bullshit ever – made by feminism

Zur Sache: selektive Dimensions- und Perspektivveränderungen

Photoshop ist das weltweit meistgebrauchte, professionell-leistungsfähigste Bildbearbeitungsprogramm. Damit werden fast alle Drucksachen und sehr viele Online-Publikationen weltweit hergestellt. Es ist ein Werkzeug in der Hand von Fachleuten, das schlichtweg mit seinen Funktionen "fast alles" kann – aber eben nicht "alles genug", so dass immer wieder neue Funktionen hinzukommen oder bestehende verbessert werden. Die jedoch oft von der Hardware (vor allem den Prozessoren) abhängig sind, weil sie wahnwitzige Rechenleistungen brauchen, sollen sie schnell ausgeführt werden. 

Um zu zeigen, wie schnell die gesamte Hardware-Architektur von zentralem und Grafik-Prozessor auch beim neu vorgestellten iPad Pro ist, demonstrierte man eine extrem nützliche Funktion, die in der täglichen beruflichen Praxis für zig zig zig Anwendungsfälle benutzt wird, live. Das Publikum applaudierte zu recht, weil es Fachleute sind, die erkannten, was da technisch demonstriert wurde (ich schließe mich diesem Applaus an). Rein formal ausgedrückt ging es um selektive Perspektiv- und Dimensionsveränderungen, wie sie eben für sehr viele Anwendungsfälle in sehr vielen Motiven unentbehrlich sind. Im übrigen bei der GESAMTEN (in Worten: gesamten) Mode- und Werbe-Bildbearbeitung – und insbesondere in der Dokumentarfotografie. Also bei jeglichem Motiv und Sujet angewandt werden kann und oft muss. Das hatte jeder (JEDER) im Saal bei der Präsentation gewusst und begriffen, außer ...

Was dann als Meldung folgte, ist das dämlichste, dümmlichste, unterirdisch grottenschlechteste, unübertreffbar-geistesgestörte, was mir seit langem begegnet ist. Eine feministische Reflex-Tat, die einen fragen lässt, ob die Autoren und Initiatoren das sind, was der Volksmund mit "dicht im Kopf" ausdrückt. Sind die wirklich so strohdumm, wie ihre Äußerungen es nahelegen? Mich gruselts.

Die Meldung im Original und wegen anhaltender Sprachlosigkeit des weiteren unkommentiert:

Apple: Retuschiertes Frauen-Lächeln in der Kritik

US-Großkonzern ließ Gesicht bei Live-Event öffentlich aufhübschen

 

"Smilegate": Apple wegen Photoshop-Lächeln kritisiert 

 

 

Cupertino (pte016/10.09.2015/11:46) - Technologieriese Apple http://apple.com muss sich harsche Kritik wegen eines per Photoshop bearbeiteten Frauengesichts gefallen lassen. Im Rahmen seines Live-Events, bei dem am Mittwochabend neue iPhones, iPads und Apple-TV-Neuheiten vorgestellt wurden, legte der Adobe-Design-Verantwortliche Eric Snowden selbst Hand an und verpasste der hübschen, jedoch ernsten Dame mit roten Lippen am iPad Pro im Nu ein Lächeln.

 

"Smilegate" als Eigentor

 

Auch wenn die Anwesenden die Aktion bei der Präsentation mit Applaus goutierten, kam das auf Twitter alles andere als gut an - allen voran bei der Technik-Redaktion der britischen Tageszeitung "Guardian". Auch wenn Apple der in der Vergangenheit immer wieder geäußerten Kritik von zu wenig Frauen bei Präsentationen nun einen Kontrapunkt setzen wollte, scheint der Vorstoß eher nach hinten losgegangen zu sein.

 

Und dennoch: Der Konzern hat in Sachen Geschlechtergleichheit schon vieles erreicht - wenngleich noch viel zu tun bleibt. Aktuellen Zahlen nach machen bei dem Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino derzeit rund 69 Prozent der Belegschaft Männer aus. Dies ist jedoch kein Apple-spezifisches Problem, denn fast alle Tech-Riesen hadern mit der Geschlechtergleichheit. Das aktuelle Bild-Aufhübschen kratzt in jedem Fall am Image.

Konjunktur-Aufschwung: Flüchtlingsindustrie

Das hässlichste wort des Jahres ...

.. steht für mich persönlich schon jetzt fest: Flüchtlingsindustrie. 

Not als Ware. Elend als Geschäftsmodell. Leiden als Einnahmequelle. - - - Eigentlich denkt man ja fast täglich, perverser kann die Welt nicht werden. Und dann wird sie es doch: Flüchtlings-INDUSTRIE. Ist sie wirklich perverser geworden?


Nein, überhaupt nicht. Die Welt, die menschliche Gesellschaft, war immer schon so. Krieg als Verdienst- und Einnahmequelle, Töten und Morden als Grundlage für Reichtum, Macht und Wohlstand vieler – seit es Geschichtsschreibung gibt, berichtet Geschichtsschreibung davon. 


Auch wenn wir es als pervers, inhuman, abscheulich, widerwärtig, geistig krank oder wie auch immer empfinden: Das Elend von Menschen war und ist – es steht zu befürchten: wird auch immer sein – die Grundlage für Wohlstand und „es sich gut gehen lassen”. 


Die Frage ist immer nur: Auf welcher Seite stehst Du? Im Schatten – oder im Licht ???


Gerne regen wir uns – derzeit wieder einmal – über das Schicksal Not leidender Menschen auf. Moralisch richtig, ethisch mehr als notwendig, aus religiös-philosophischer Sicht absolut geboten – aber in der Summe, unter'm Strich, „at the end of the day” – allesfalls als eine Meldung am Rande. Wir machen uns noch nicht einmal die Mühe, den alltäglichen Zynismus zu bändigen. Na, wenn schon weit weg von der Heimat, empfiehlt Vodafon (vollautomatisch vermarktet von Google), dann am besten mit Mobil-Flatrate.


Schon kursieren auch in bürgerlichen Kreisen die ersten Vermarktungs-Chancen für Flüchtlinge: endlich billige Arbeitskräfte, endlich genügend Pflegepersonal, Menschen, die zu unter Mindestlohn zu arbeiten bereit sind . . . - - - und die Wahrheit, Wirklichkeit, Wohlstands-Finanzierung?


Die gibt vor: ja, das wäre der Flüchtlinge Chancen. Wenn sie die Möglichkeit hätten, nach ihren jeweiligen indivifuellen Fähigkeiten aus eigener Kraft (weil nur das, wirklich nur das, auf Dauer das Selbstbewusstsein NICHT kaputt macht) sich ein neues Leben aufzubauen, einzurichten. Ob dies Bleiben oder Zurückgehen, Zwischenstation oder Neue Heimat heißt, darüber kann, darf, muss, soll niemand urteilen und dazu Vorgaben machen. 


„Flüchtlingsindustrie” könnte sogar (wenn das Wort nicht längst „verbrannt” wäre) eine positive Bedeutung haben: geben wir den Ankommenden die Chance, sich in unserer Wirtschaft, Gesellschaft, Mitte schnell und mit Würde zu integrieren; ohne Gängeleien durch Bürokratie. Natürlich, ganz ohne Frage, zur Gänze auf dem Boden der Moral- und Rechts-Gesetze, von Anstand und Toleranz, Respekt und Solidarität.


Aber natürlich tun wir lieber mit Flüchtlingen und der Flüchtlings-Industrie und Anteilnahme-Medien genau das, was wir am besten können: Zuwachs generieren. Die einen mehren die Einnahmen, die anderen die Zuschauer-Quote. Unter'm Strich kommts auf gleiche raus. Man möchte seine Position behaupten in der neuen Wirklichkeit. Das hässliche Wort vom Kriegs-Profiteur wird nach Möglichkeit gemieden.


Weil: die Profiteure der Kriege, von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungerechtigkeit sind iwr ja alle. Nicht unsere Industrie (alleine); nicht windige und asoziale Geschäftemacher (alleine), nicht «die”, immer die anderen: nein, wir alle, jeder von uns. 


Zynismus pur: „... senkt die Kaffeepreise, weil die Entwicklung an den Beschaffungsmärkten das möglich macht ...”: Im Klartext: weil wir denen, die den Kaffee produzieren, noch weniger zahlen. So wenig, dass Wohlstand durch Arbeit nicht möglich ist. So wenig, dass Kriege entstehen. Kriege, die Flüchtlinge produzieren. Flüchtlinge, die wir dann finanzieren. 


Auch wenn man nicht Bohne für Bohne, je Asylbewerber und Geflüchtetem, den Zusammenhang DIREKT nachweisen kann, INDIREKT ist es logisch und unwiderlegbar:


Mit dem Geld, was wir beim Kaffeekauf bei den Discountern sparen, können wir Deutschen uns leisten, gut zu Flüchtlingen zu sein und ihnen das Ankommen in diesem Land finanzieren. 


Wie es dann weitergeht? Jetzt hören Sie mal bitte auf mit solch saublöden Fragen. 

Dem Prinzip Zufall eine Chance. Eine große sogar.

"SAYMORE" BIETET TELEFONATE MIT VÖLLIG FREMDEN AN

 

Neu entwickelte App wählt Gesprächspartner nach Zufallsprinzip aus

 

 

Atlanta (pte019/28.07.2015/12:30) - Die App "SayMore" http://saymore.ioermöglicht allen neugierigen Usern spannende Telefonate mit Fremden, die sich ebenfalls nach erfrischenden Konversationen sehnen. Das zufällig auswählende "Talking Network" ist eine Entwicklung von Brent Hurley und David Huynh.

 

Motiviert wurde die Entwicklung der App durch eine Situation, die Hurley während einer Reise erlebte. Bei einem Flug saß er neben einem ihm völlig fremden Mann. Die beiden begannen irgendwann ein Gespräch, das sich schließlich über den kompletten Flug hinauszog. Persönliche Interessen und verschiedene Lebensgeschichten machte die Konversation für beide Teilnehmer sehr spannend.

 

"Ich glaube, dass viele Leute schon einmal eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Dann habe ich mich gefragt, ob man Technologie nicht nutzen könnte, um solche Situationen immer wieder zu ermöglichen", so Hurley. Um eine breitere Akzeptanz zu schaffen, war es für die Entwickler bereits zu Beginn wichtig, nicht die privaten Telefonnummern der User zu nutzen, sondern die Telefonate über SayMore selbst zu führen.

 

Nachdem der User ein Profil erstellt und dort Auskunft über seine persönlichen Interessen gegeben hat, ist eine zufällige Telefonverbindung zu Fremden mit ähnlichen Angaben in der Gesprächsthemen-Wahl sofort möglich. Zukünftig sollen User, mit denen man bereits telefoniert hat, in eine Art Freundesliste hinzugefügt werden können, sodass der Kontakt möglicherweise weiterhin bestehen kann.

 

"Obwohl allgemein argumentiert wird, dass Menschen kaum noch Telefonate führen und Texte einen Anruf ersetzen, glauben wir, dass die App gute Chancen hat. Für unsere Testperson waren die Konversationen eine sehr erfrischende Erfahrung", erzählt Hurley abschließend.

Die logische Widerlegung der Logik

Vor(weg)wort

Auf der Suche
nach der schlussendlichen
Weltformel
sind schon viele verzweifelt,
gescheitert.
Versuchen wir’s erneut:
„Alles, was ist, ist.“
– Aber: Was ist „ist“ ?
Das Sein ohne Werden und Vergehen?
Schade. Oder schön.
Schon wieder gescheitert.
Und Erkenntnis hinzugewonnen.

Wie lange dauert das "Jetzt"? 


Leicht gesagt, dieses Wort, und jeder meint (und scheint) es zu verstehen, dieses Jetzt. Tu das jetzt! Jetzt ist der Moment! Ich hab das grad jetzt vergessen. ... ... ...


Wie lange dauert das Jetzt? Hat es überhaupt eine Dimension? Etwa die des Augenblicks. Wenn man den als Augen-Blick bewertet, also ein "schneller Blick drauf" oder die tatsächlich existierende Schrecksekunde, hat das Jetzt durchaus eine Zeitspanne: in etwa eine Drittelsekunde. Das ist nachmessbar. Solange braucht in optischer Impuls vom Auge bis zur Auswertung im Gehirn. Gefühltes oder Gehörtes auch (zwischen tatsächlich sein und merken = wahrnehmen besteht immer eine zeitliche Differenz).


Keiner wird leugnen, dass das, was ist, wirklich ist. Aber eben: wie lange dauert ein "ist", also ein Sein oder anders formuliert das Jetzt? Ein Experiment aus der Werbewelt kann klarmachen, um was es geht. Kino kennt jeder, "bewegtes Bild". Stimmt ja gar nicht, Kino besteht aus einzelnen stillstehenden Fotos, die so schnell hintereinander gezeigt werden, dass das menschliche Auge die einzelne Zeigedauer nicht mehr unterscheiden kann und beide ineinander im Gehirn verschwimmen, verweben. Zeigen sie leicht differente Inhalte, erscheint uns das wie Bewegung, obwohl das gezeigte Bild nie und nimmer Bewegung hat. 

So, und was ist jetzt Kino, Bewegung oder Stillstandsbilder? Klare technische Antwort: Stillstandsbilder, also "Fotos" im landläufigen Sinne. Aber wegen der Schwäche des menschlichen Gehirns, ein "Jetzt" kurz genug erkennen zu können, ist es ein fließendes Mischmasch, ergo Bewegung. Wie lange dauert das Jetzt? Vom Kino (für Fernsehbilder gilt das gleiche) ziemlich genau kürzer als 1/24 Sekunde. Und nun das Experiment: Man hat in die nicht mehr unterscheidbaren Bilder der "bewegten Szene" ein nur einziges anderes Motiv eingeführt. Im Experiment war es der Ablick und Logo eines Eis am Stil. Gezeigt wurde es ganz normal im Kino, damals, als noch zwischen Vorfilmen und Hauptfilmen Personen mit Bauchläden rumgingen und Eis am Stil verkauften. Ergebnis: Bei diesen Manipulationen wurden erheblich größere Mengen Eis verkauft als bei nicht mit kürzer-als-Jetzt-Werbeimpulsen durchsetzten Filmen. 

Das Jetzt kann also kürzer sein als das Jetzt, das wir wahrnehmen. 


Ähnliches können wir in der anderen Richtung der Dimension beobachten, der sogenannten Unendlichkeit. Wir wissen oder ahnen, dass das Universum, von dem wir auf dieser Erde ein Teil sind, groß ist, sich ausdehnt, wahrscheinlich nicht unendlich, aber doch "verdammt viel". Und können mit unserer Logik nicht anders als anzunehmen, dass der Raum, in den das sich fast bis zur Unendlichkeit ausdehnende Universum wiederum größer sein muss, weil das Universum ja sonst keinen Platz, keinen Ort, keine Dimension hätte, sich auszudehnen. Wie die Piroschka-Puppen, die Puppe in der Puppe in der Puppe ... - - - das Universum im Universum, im ...

Wenn aber etwas so groß ist, dass es kein Ende hat, hat es dann auch tatsächlich eine Größe? Eine Dimension?

 

Oder könnte es sogar so sein, dass die Unendlichkeit wie in einem Ring, Kreis, einer Kugel auf das Extrem, das genaue Gegenteil seiner selbst trifft? In diesem Falle auf die Null-Dimension der Zeitspanne namens Jetzt?

 

(Ach so, ganz nebenbei, soeben haben Sie die Relativitätstheorie des Herrn Einstein gelesen, nur nicht in der bekannten Formel-Form.)

 

Ich laufe; sagen wir, mit 60 Schritten in der Minute. Dann wäre binnen einer Sekunde ein jeder Schritt Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit. Das Jetzt muss also kürzer als 1 Sekunde sein, da ich ja wohl nicht in allen 3 so formulierten und empfundenen Zeitdimensionen zugleich sein kann. Oder doch? Wenn ja, gäbe es übrigens das Jetzt gar nicht. Sondern nur das, was wir aus dem Kino kennen und der altgriechische Philosoph Heraklit in seinem berühmten unendlich oft zitierten Geflügelten Wort "pantha rhei, alles fließt" ausgedrückt hat. Aber nun wissen wir ja vom Kinofilm, was scheinbar fließt, ist in Wirklichkeit Stillstand ...

Könnte daher nicht auch die Unendlichkeit nichts anderes sein als eine nur nicht wahrgenommene Nulldimensionalität, das "alles" also zugleich ein "nichts" sein? So, wie es ja auch keinen Schatten gibt, sondern nur Nicht-Licht; wir aber meinen, der Schatten wäre etwas Eigenständiges. Ist er aber nicht, nochmals: er ist nur nicht-(soviel)Licht. Und weil wir in unserer dreidimensionalen räumlichen Beschränkung etwas, was kein Ende hat, auch gar nicht als Gegenstand, Raum, Gebilde erfassen können, muss eigentlich auch ein unendlich Großes zugleich auch ein unendlich kleines sein. So wie Schatten Nicht-Licht ist, ist Unendlichkeit Nicht-Kleinheit oder umgekehrt, ein "Nicht" und "Jetzt" eben das permanente Unendliche. 

 

(Ach so, noch einmal nebenbei, soeben lasen Sie eine der wichtigsten Aussagen der Physik, Philosophie, Mathematik und ähnlich interpretatorischer Disziplinen, nämlich die Theorie der Eindimensionalität, die zugleich die Logik an und über die Grenze ihrer Möglichkeiten führt). 

 

Es ist vielleicht das spannendste Phänomen, welches wir wahrzunehmen in der Lage sind, dass uns unsere Logik zur Erkenntnis verhilft, das sie – die Logik – gar nicht stimmen kann. Und dass das, was wir zu erkennen glauben, so nicht sein kann, obwohl wir es geistig behandeln können. Wir erleben das Jetzt und wissen, dass es das nicht gibt. Wir sind uns der Unendlichkeit bewusst, ohne sie jemals in Gänze mitmachen zu können. 

 

Das alles wäre vielleicht alles noch Theorie und nutzlos, mentales Gebrabbel ohne praktischen Nutzen, wenn nicht eine einzige, die weltformelhafte Erkenntnis daraus erwachsen könnte:

 

Fällen wir bitte nie ein Urteil ohne zu wissen, das es wahrscheinlich falsch ist. 
Und suchen wir daher bitte weiter nach besserer Erkenntnis. 

 

Ach ja, ganz nebenbei: Und hüten wir uns vor den Menschen, die nicht so handeln. 

Derer gibt es nämlich JETZT so UNENDLICH viele.

Die meinen, sie wüssten jetzt unendlich viel.

Und doch nur eins sind: nichts Nützliches. Leider meistens für immer, also unendlich.

Das Wort im Kopf umgedreht

Vom Bedeutungswandel der Worte aufgrund der hilf- und haltlosigkeit des denkens und der werte

Haben Worte bestimmte Bedeutungen? Na klar. Aber: welche? Schon immer unterliegen Wortbedeutungen dem Wandel. Derzeit kann ein Wort ganz anderes aussagen als einst. Was zu Blödsinnigkeiten führt, die eigentlich fassungslos machen. 


Es gibt Menschen mit vielen und wenigen Kilos. Die darf man Dünne und Dicke nennen. Oder darf man Dicke nicht sagen? Korpulent wäre aber eigentlich das gleiche. Man könnte sich hinter Adipöse verstecken, das Wort kennt nicht jeder, ist der medizinische Begriff für Fette. Oder eben Neger. Ist politisch nicht mehr korrekt. Menschen schwarzer Hautfarbe kann man aber Schwarzhäutige nennen. Nigra ist lateinisch und heißt schwarz, Neger ist also ein Schwarzer. Wie gesagt: Neger verboten, Schwarzer erlaubt. Mit anderen Worten: In Trier steht die Porta Schwarz. Nicht die Porta Nigra. 


Also: sind wir eigentlich bekloppt? Die sinnvollste Antwort wäre ein schlichtes Ja. Denn wir haben summa summarum, in der Mehrzahl der Menschen unserer heutigen Gesellschaft, das Verhältnis, ja sogar die Kenntnis der deutschen Sprache verloren. Dabei meine ich gar nicht die, die es nicht als „Muttersprache" gelernt haben, sondern eigentlich Ursprech-Deutsche, also korrekt Deutsch-muttersprachliche Menschen. Die eigentlich zur Schule gegangen sind. Und einen mir nicht bekannten Unkenntnisstand der deutschen Sprache erworben haben. Besser gesagt, offensichtlich erst gar keinen Kenntnisstand von „gutem Deutsch“ erlangt haben. 


Was im Alltag zu einem babylonischen Sprachgewirr führt. Weil gleiche Worte für unterschiedliche Bedeutungen benutzt werden. Weil bestimmte Bedeutungen gar nicht mehr mit Worten codiert (belegt) werden können. Weil Worte weniger eindeutig sind, als es wünschenswert ist (oder sein sollte). 


WIR BRABBELN, ABER WIR VERSTEHEN UNS NICHT MEHR.


Kommt hinzu, dass – nach meiner Beobachtung – immer mehr Menschen einerseits selbst-unsicherer werden (also das Gegengeil von selbstbewusst) und andererseits (ziemlich sicher als Folge davon) aggressiver. Man schaue sich die Shit-Storm, Tweets, Chats auf diversen unsozialen Plattformen des Internets an: Beleidigungen und Beschimpfungen, Verachtungen und Postulate von Größenwahn sind das mindeste, was jeweils gepostet wird. 


Selbst Kabarettisten haben es heute nicht nur schwer; ach was, sie sind ausgestorben. Ein Werner Finck, Meister der nicht gesagten Worte – wer erinnert sich noch an ihn (und wenn ja, mit Freuden, die Wehmut auslösen). Eine Lore Lorentz, geniale Meisterin der sarkastischen Ironie. Selbst der letzte Alt- und Großmeister, Dieter Hildebrand, ist fast schon vergessen, weil über die letzten Jahre kaum noch verstanden (von einzelnen ja, aber nicht mehr von vielen). Und dann hole ich mal den ganz, ganz großen Hammer raus: Versteht eigentlich überhaupt noch jemand, von wirklich wenigen Ausnahmen abgesehen, Wort-Artisten wie Goethe, Schiller und Co., die Garde der Dichter der Romantik? Auch hier ist die Antwort schlicht und einfach, nämlich nein. 


Schade. Deutsch ist eine wunderbare, poetische, ungemein nuancenreiche, fast unendlich erscheinend differenzierungsfähige Sprache. Geschrieben, also im Kontext zu lesen und zu deuten fast ebenso wie erst recht in gesprochener Form. Wo Ironie und Leichtigkeit, ernste Bedeutung und Dramatik mit einer Schöpfungsfülle benutzt und präsentiert werden können, die wahrlich geistvoll genannt werden darf. 

Durfte! – denn leider, wir haben vielen, viel zu vielen Worten eine neue Bedeutung gegeben, die schlichtweg eins ist: falsch, doof, dämlich, dumm und ungemein selbst-verachtend. Wir haben uns der Wurzeln kluger Verständigung beraubt. 


Über eins bin ich mir allerdings noch nicht klar. Gibt es den rapiden Verfall von eindeutigen Wortbedeutungen, weil es den rapiden Verfall einstiger oder ganz generell von gemeinsamen Werten gibt. Oder verfallen die Werte in so viele inkompatible Cluster sich immer aggressiver gegeneinander verhaltender Menschen, weil es die gemeinsame Klammer eindeutig verstandener Sprache nicht mehr gibt? Ich fürchte, letzteres ist der Fall. Der Verlust der Bedeutung der Worte (und der Sprache) als Ergebnis der Verschiedenartigkeit von Werten. 


Zu Ende gedacht: wir befinden uns in einem Völker- und Bürger-„Krieg": dem Kampf unterschiedlicher Sprach- und Werte-Cluster („Haufen", „Klumpen", Verbände), der zwar keinen Sinn, keinen direkten Anfang und kein absehbares Ende hat außer dem Verfall der Gesellschaft in so viele Splitter, dass sie kein Ganzes mehr sein kann. 

per vers — also: genau umgekehrt

Das Zeitalter des Aufdenkopfgestelltseins

Pragmatiker mögen nun meinen, man müsse sich halt dran gewöhnen. Geht aber wohl nicht, weil dann unsere Logik samt Wertegefühl rebellieren. Wenn gut schlecht, Tag Nacht und oben unten sein sollen. Wenn wir uns schon weder dran gewöhnen können noch sollen, dann bleibt eigentlich nur eins: mühsam sich dagegen stellen und wenigstens den Versuch unternehmen, es aufzuhalten oder sogar umzukehren. Was, ganz dada-gemäß gesprochen, nicht anders hieße, als das Perverse zu pervertieren. 

Vielleicht kann der Mensch ja gar nicht anders – und alles einfache strebt zum komplexen, komplizierten. Und pervertiert sich damit selbst (pervers, aus dem Lateinischen "umgekehrt, verdreht" bedeutend; frei übersetzt "nach rückwärts" gerichtet; siehe auch vice versa für "im umgekehrten Wechsel")

Die simple Botschaft des Christentums, eigentlich passt sie in zehn Gebote. Doch sich so nennende Christen machten daraus Barock- und Rokoko-Kirchenbauten. Mit all ihren Begleiterscheinungen waren sie exakt das Gegenteil der eigentlichen Botschaft. Oder heutzutage die EU. Eigentlich eine Gemeinschaft, um Frieden zu stiften. Was ist aber Realität: Viel Streit, Uneins sein in der Union. 

Der Perversitäten sind noch mehr, viel mehr, im Leben. Und zwar nicht (nur) im Detail, sondern im Grundsätzlichen zu finden.


Krank durch satt

Eigentlich sollten Lebensmittel ja Mittel zum Überleben sein. Also etwas, was uns gesund erhält. Fakt ist (in der so genannten westlichen Welt, und das ist fast schon global zu deuten), dass Essen uns zunehmend krank macht. Oder Medikamente: eigentlich sollen sie ja heilen. Aber vor lauter Medikamentenkonsum werden viele Menschen krank. Antiobiotika, als ein Beispiel von vielen, hilft gegen Schlimmes. Zuviel genommen, ist es nutzlos und inzwischen sterben unsäglich viele Menschen an zu antibiotisch resistent mutierten Viren. 

Staat gegen Bürger

Eigentlich schließen sich Menschen („Völker”) zu Staaten zusammen, um ihre inneren (und gegenseitigen) Angelegenheiten zu regeln. Staat sollte also etwas Verbindendendes, ur-demokratisches sein. Doch kaum noch einer heutzutage, der es genau umgekehrt sieht und empfindet. Nämlich als der Staat beutet seine Bürger aus. Als Bürger muss man sich vor dem Staat schützen und hüten, der eigentlich mein "Diener" sein sollte. Aber gibt es überhaupt "Bürgerdiener"? Nein! Aber Staatsdiener. Aha!

Verein.           Verzwei-felt.

Ganz generell gesehen, und egal, ob man die FIFA, die UNO oder seinen heimischen Heimatverein im Auge hat: Eigentlich sollten Vereine vereinen (so jedenfalls die Bedeutung ihres Wortstammes). Was aber geschieht in der Realität? In nichts wird intensiver gestritten, durch nichts gehen ehemalige Verbünde schneller zu Bruch als in und durch Vereine(n). Was vielleicht sogar noch eine evolutionsfunktional erklärliche Ursache hat: Nichts vereint mehr als gemeinsame Feinde. Hat man keine äußeren, sucht man sie im Inneren.


Ein Schritt nach vorne und den nächsten dann zurück – es ist zwar oft so, aber gewöhnen sollte man sich trotzdem nicht daran.
Ein Schritt nach vorne und den nächsten dann zurück – es ist zwar oft so, aber gewöhnen sollte man sich trotzdem nicht daran.
Das Sprichwort lehrt uns, wir sollten manchmal die Dinge einfach auf den Kopf stellen. Die Realität aber lehrt uns, oft stehen die Dinge von selbst Kopf ...
Das Sprichwort lehrt uns, wir sollten manchmal die Dinge einfach auf den Kopf stellen. Die Realität aber lehrt uns, oft stehen die Dinge von selbst Kopf ...
Vielleicht aber sind es ja gar nicht die Dinge, die kopfstehen. Sondern wir selbst .... ? ? ? ? ? ? ? ?
Vielleicht aber sind es ja gar nicht die Dinge, die kopfstehen. Sondern wir selbst .... ? ? ? ? ? ? ? ?

Man kann es ja einfach mal ausprobieren und schauen, wie man am besten schaut ... (ohne schwindelig zu werden)


Originalszene aus Solingen mit Symbolcharakter. Die BfS (Bürger für Solingen) woll(t)en die Politik der Etablierten genau umkehren. Inzwischen, so hat es den Eindruck, stecken sie selbst den Kopf in den Sand ...


Also doch: Peanuts

Zitat

Baierbrunn (ots) - Regelmäßig Nüsse und Erdnüsse zu essen verbessert die Gesundheit von Herz und Gefäßen. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf eine US-Studie. Demnach reduziert die Nuss-Knabberei das Risiko, durch ein Herz-Kreislauf-Leiden zu sterben - und zwar unabhängig von Bildung, Beruf und Einkommen der Teilnehmer. Für die Untersuchung wurden Lebensgewohnheiten von mehr als 200000 Menschen über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren ausgewertet.

Konsequenz

Also hatte er doch recht, dieser Josef Ackermann, als er von Peanuts sprach, weshalb die Banker so glücklich werden. Das Volk kann es nun auch. Und die Krankenkassen sparen Geld. Statt teurer Bypass-Operation täglich eine Tüte Pitjes. – – – So einfach kann das Leben sein. Warum machen wir es uns immer so kompliziert. 


Akademische Verblödung

Wie Theoretiker das allgemeine Leben killen

Sie selbst sind Opfer. Und Täter zugleich.

Man hat ihnen auf Schulen und Universitäten das Denken aberzogen und durch Wissen oder Gehorsam oder Anpassungsfähigkeit ersetzt. 

Mit der Folge, dass sie nur noch einem Ziel gehorchen, wie Roboter oder Zombies: einem fremden Willen. Nicht mehr der eigenen Vernunft. Schon gar nicht der inneren Stimme. Und das alles fernab eines Bewusstseins für die Notwendigkeit der Reflexion des eigenen Tuns. 

Ich nenne es akademische Verblödung

Es ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. Es soll keine Beleidigung oder Beschimpfung sein, sondern das Beklagen eines Zustandes, der mehr als nur zur Umkehr mahnt. Der nämlich beendet werden MUSS, bevor er zum tödlichen mentalen Virus wird. 

 

Dabei könnte die Situation kaum absurder sein: Im Bemühen, alles richtig zu machen (und sogar im Erfolg, alles richtig gemacht zu haben) liegt das Dilemma, nicht nur sprichwörtlich mit dem Hintern umzuwerfen, was man mit den Händen aufgebaut hat. Will sagen: Gleichwohl das, was man tat, den Regeln, dem Gelernten, den Vorgaben entspricht, also "richtig" ist, macht es (anderes) zunichte, richtet (nicht selten immensen) Schaden an, ist sinn- und nutzlos, schädlich gar. 

 

Die Rede ist von all jenen Menschen neben und mit uns, die das Pech hatten, in seit etwa zwei Jahrzehnten irgendeine akademisch-universitäre Berufs- und Fach-Lehre durchmachen zu müssen, um sich mit inzwischen zu Allerwelts-Titeln gewordenen Leistungsorden wie Diplom, Master, Doktor und dergleichen zu schmücken. In der sich als irrig erweisenden Hoffnung, dadurch Kompetenz dokumentieren zu können. In Wirklichkeit sind diese Ausbildungswege nicht selten – wahrlich nicht immer, aber inzwischen viel zu oft – Sackgassen in die Fachidiotie geworden. Mit schrecklichen Folgen. 

 

Weil es erstens an breiter Allgemeinbildung fehlt, zweitens Fachausbildung (egal, auf welcher Schule, in welcher Branche, mit welchem Niveau) immer mehr „nur noch auf mich selbst konzentriert“ heisst, und drittens in Deutschland der Wahn des „alles nach Vorschrift“ zur absurden Hysterie geworden ist, arbeitet man fortan nur noch so, dass alles den Regeln entspricht, selbst wenn diese Regeln auf direktem Wege ins Chaos und die morastige Blödsinnigkeit führen. Es ist wie einst in der DDR: Jeder weiß, dass was man sagt und macht Unsinn, gelogen, Quatsch und Mist ist, aber jeder macht mit, um ja nicht anzuecken, aufzufallen, oppositionell zu sein. Längst ist diese Methode allumfassendes Charakteristikum der Bundesrepublik Deutschland des beginnenden 21. Jahrhunderts geworden. 


Schön wäre, ich wäre alleine mit dieser Meinung. Bin ich aber wohl nicht, denn in den letzten Jahren habe ich so oft so viel Verdruss, Ärger, Unverständnis und Verzweiflung über diese Umstände mit ansehen und beobachten müssen, dass ich davon ausgehe, es geht den meisten längst auf den Nerv, was an Theorie und Weltfremdheit von vielen Positionsinhabern und Möchte-gern-wahrgenommen-Werdern verzapft wird. 


Die akademische Verblödung hat immer das gleiche Muster. Menschen, die sich eines Studiums rühmen,

  • beschränken sich selbst auf dieses Fach, sind also buchstäblich beschränkt; sie sind egozentrisch bis zur Absurdität;
  • denken und kommunizieren nach rituellen Regeln, die rein formaler, aber nicht logisch-realistischer Struktur sind;
  • trauen sich nicht, eine Meinung einzunehmen oder zu äußern, ohne sie nicht als konjunktiv und änderbar, als "vielleicht" hinzustellen.

Das schlimmste aber: die, die davon betroffen sind, merken es nicht.  


Auf der Straße sind Beschränkungen gut, hilfreich, nützlich, lebensrettend.

Beim Denken sind sie eine Bedrohung der eigenen Existenz.

Sülze statt Hirn

Die Flucht in Worthülsen als Eingeständnis der Unfähigkeit

Wer nicht wirklich geistig weiter weiß, fängt an zu schwafeln. Zu sülzen. Dies kann im Einzelfall passieren, also personenindividuell. Oder kollektiv. Als Metapher, die von vielen übernommen wird und sozusagen Modewort wird. 

Beispiele:

  • Willkommenskultur
  • Trauerarbeit
  • Soziale Kompetenz
  • Alternativlosigkeit

Rückwärts aufgedröselt:

Alternativlosigkeit – warum sagt man nicht "ich weiß nicht weiter, etwas anderes fällt mir nicht ein, eine andere Lösung habe ich nicht?". Statt dessen die kesse Behauptung, irgendetwas wäre alternativlos, worin der völlig unberechtigte Vorwurf zementiert ist, jemand, der doch noch eine Alternative hat, wäre zu blöd, deren Sinnlosigkeit zu erkennen. Dabei ist es genau umgekehrt: wer Alternativlosigkeit beansprucht, zeigt sich als beschränkt; im wahrsten Wortsinne.


Soziale Kompetenz – gemeint sind eigentlich (gutes) Benehmen, Höflichkeit, Toleranz, Anpassungsfähigkeit. In einem Satz, ein geschätzter Mensch zu sein. Und kein Egoist, Rabauke, Drangsalierer. Aber nein, jemanden, der dumm und aggressiv ist (eine beliebte Kombination) zu sagen, er wäre dumm und aggressiv, wird - - - huch!, huch! - - - als Beleidigung ausgelegt. "Oh, ich wundere mich aber jetzt alternativlos über ihre soziale Diskompetenz!". Ja, stimmt, klingt besser als "Sie Arsch!".


Trauerarbeit – mit Verlaub, außer dem Kinn runter fällt mir alternativlos sozial imkompetent nicht, schon gar nicht ein bei diesem Wort. Gibt es denn auch ein Freudenfaulsein, was logisch sein müsste, nähme man Trauerarbeit ernst. Ein an Ekelhaftigkeit kaum zu überbietendes Wort: Was bitte, ist die Arbeit, die man in, an, um Trauer hat? Das Trauern um die Trauer? Absurder gehts wirklich kaum noch, einen emotionalen Zustand, eine Befindlichkeit der Seele als "Arbeit" zu bezeichnen. Im übrigen, falls sich jemand die Mühe macht, das Wort Arbeit wirklich zu verstehen, es ist definiert als Energiemenge oder -Aufwand. Ergo: Trauerenergie. Äääähhh ... ???


Willkommenskultur – ich stelle mir vor, alle tanzen im Kreis, singen alberne Lieder und schenken sich ein Gänseblümchen. Abermals das Wort definiert: Kultur kommt aus dem lateinischen cultura und ist im zusammengesetzten Substantiv Gartenkultur ziemlich eindeutig: Zucht, Pflege, Anbau, sich um Wachstum kümmern. Willkommenszucht, Willkommenspflege, Willkommensanbau. Abermals: Wen, außer am Ende des Lateins angekommenen Politikern und sonstigen eigentlich für Lösungen zuständige Menschen fiele die bedingungslose Kapitulation vor einem komplexen Thema so wortschwülstig ein?


Die hatten ja auch immerhin noch ein paar Knüller auf Lager:


Migrationshintergrund. Kommt ein Mann zum Fotografen: Bitte knipsen Sie mich mal vor meinem Migrationshintergrund. Eigentlich soll man Migranten doch vertrauen, wegen der Willkommenskultur und so. Aber wieso muss man sie denn als hintergründig ansehen, migrationshintergründig ???



Was ich immer schon mal tun wollte

  • Auf der Achtsamkeitsübung des buddhistisch angehauchten Bemühtweibchens laut rufen: „Ist mir scheißegal!“.

  • Zum Psychiater gehen und fordern: „Sorgen Sie dafür, dass ich geduldig werde. Aber zack-zack!“.

  • Mich zum Stehcafé setzen. Oder beim Steherrennen sitzen. 

  • Im Fabrikverkauf eine Fabrik kaufen. 

  • Beim Fußballspiel „Schach“ rufen. 

  • Einen Manager als Männerveralterer übersetzen. 

  • Dahinterkommen, warum Emanzen nicht Efrauzen heißen. 

  • In Golgatha eine Kreuzfahrt machen. 

  • Zum Muttertag in der Bäckerei Mutterkuchen bestellen. 

  • Bad Oeynhausen Bad Öhnhausen schreiben. 

  • Etwas in den Rein rheinwerfen.

  • Wissen, wie weit man mit einem Nahverkehr kommt. 

  • Während einer Kur eine Kurtane treffen. 

  • Wegen Meditieren zum Tierarzt gehen. 

  • Mit einem Taschenrechner ausrechnen, wieviel Taschen eine Frau besitzt.

  • In einem Übergangsmantel von Land auf ein Schiff gehen, oder umgekehrt.

  • T an nen Baum hängen.

  • Lachen; über das Schild im Aufzug „Tragkraft: 300 kg oder 4 Personen“.
  • Eine SM-SMS schreiben.
  • Einer Weihnachtsfrau begegnen.
  • Einen Wachmann schlafend vorfinden.
  • Einen Weckmann schlafen zu lassen.
  • Die Kunst in kARToffeln entdecken.
  • So lange kluge Sprüche klopfen, bis sie platt wirken.

Reklame muss sein. Aber ...

... aber wirklich gleich so ???

Schon sehr lange Zeit leben so genannte Publikumsmedien nicht von ihrem Publikum, den Lesern, Hörern, Sehern, Käufern (mit Ausnahme der Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten, die bekommen ihr Geld per Gesetz von den Bürgern erpresst, was auch gut ist, sonst würde niemand mehr Reste von Hochwertigem medial verbreiten), die Medien leben von denjenigen, die sie als Verbreitungsplattform ihrer Werbung nutzen. Die darin Reklame machen. 

Ohne dem geht's nicht – darüber muss man erst gar nicht mehr reden. 

Aber es generiert makabre Ergebnisse, wenn Berichte und Werbung nicht „content sensitive“ verknüpft sind. Auf gut Deutsch die Themen nicht zueinander passen. Nun kann nicht zu jedem Mordfall gleich die Bestatter-Innung annoncieren, dennoch – es können sich einem manchmal die Nackenhaare sträuben. 

Beispiele aus Spiegel Online


Erst totgeschossen, dann ein gutes Gefühl bei diesen Reifen. Dabei hat man bezüglich amerikanischen Cops in letzter Zeit das Gefühl, unter ziemlich unreifen zu sein.
Erst totgeschossen, dann ein gutes Gefühl bei diesen Reifen. Dabei hat man bezüglich amerikanischen Cops in letzter Zeit das Gefühl, unter ziemlich unreifen zu sein.

Na klar, das schwarze Opfer und der weiße Polizist, sie haben etwas gemeinsam – nur was, darüber rätselt die Welt.
Na klar, das schwarze Opfer und der weiße Polizist, sie haben etwas gemeinsam – nur was, darüber rätselt die Welt.

Ja, ja, sagt da der Herr Hornbach aus seinen Baumärkten heraus, "Es gibt immer was zu tun" – ,Boote baut Hornbach' heißt dann vielleicht der nächste Slogan.
Ja, ja, sagt da der Herr Hornbach aus seinen Baumärkten heraus, "Es gibt immer was zu tun" – ,Boote baut Hornbach' heißt dann vielleicht der nächste Slogan.

Unter den Trümmern tausende Tote, aber die Damen machen sich Sorgen, welcher Fummel nun am besten ihrer Figur schmeichelt ...  (Screenshot Bild Online)
Unter den Trümmern tausende Tote, aber die Damen machen sich Sorgen, welcher Fummel nun am besten ihrer Figur schmeichelt ... (Screenshot Bild Online)

Immer, wenn man eine Wurst dabei hat, übersteht man auch mit Freuden eine Lawine, bei der zwei Dutzend Menschen sterben. Wurstlos.
Immer, wenn man eine Wurst dabei hat, übersteht man auch mit Freuden eine Lawine, bei der zwei Dutzend Menschen sterben. Wurstlos.

Guter Rat an alle Nepali: Haus kaputt? Kein Problem. Bau Dir ein neues. Mit der interhyp.
Guter Rat an alle Nepali: Haus kaputt? Kein Problem. Bau Dir ein neues. Mit der interhyp.

27. 4. 2015, 7.58 Uhr: Screenshot Bild Online
27. 4. 2015, 7.58 Uhr: Screenshot Bild Online

Wem wirklich nach Widerlichem zumute ist, der ist mit der Bild-Zeitung immer gut bedient. Die Ermordeten in den KZs, ach, da haben doch nur freundliche Männer ihren Job getan. Und dass trotzdem jeder essen darf, was er will, prima, zumal die belgische Polizei jetzt ...

Ganz nebenbei: Haben Sie einen Ratschlag, was wir jetzt mit den Leichen machen sollen ???


... nun ja, das kommt davon, wenn die Flüchtlinge ihren Kindern auch nicht das richtige Spielzeug schenken oder das richtige Auto fahren ... - - - - Hilfe, mich gruselts.
... nun ja, das kommt davon, wenn die Flüchtlinge ihren Kindern auch nicht das richtige Spielzeug schenken oder das richtige Auto fahren ... - - - - Hilfe, mich gruselts.

Bald gibt es Krieg – oder ist der schon?

Wenn die These stimmt, dass Journalisten ja "auch nur" ein Spiegelbild des Zustandes der Gesellschaft sind, dann sieht's aber düster aus. 

 

Seit geraumer Zeit, seit etlichen Jahren, sind Zeitungen und auch TV-Nachrichten (meine Beobachtung: Radio ist – meist – wesentlich "kultureller", sensibler ! ! ) längst in der Kriegsberichterstattung angekommen, wenn es um Fragen der Politik, der Gesellschaft, des Miteinanders geht. 

 

Hat ein Politiker eine andere Meinung als ein anderer, wird formuliert ähnlich wie "X geht auf Y los" oder "Opposition zerreißt Thesenpapier der Regierung". "Z attackiert Kritiker" heißt es, wenn Frau/Herr Z nur mal anmerken, die Kritiker hätten ja nun auch nicht per se recht, nur weil sie Kritiker sind. 

 

Die Welt wird dargestellt, als befände sich jeder mit jedem im Krieg, im Zwei- und Nahkampf. Als ginge es um ja und nein, um schwarz oder weiß. Zwischentönen, Kompromisse – ja, das ABSOLUT NATÜRLICHE EINER DEMOKRATIE, nämlich Meinungs- und Argumente-Austausch, Vergleich von Standpunkten, verbale Positionsverdeutlichungen, all das wird umgemünzt in Zoff, Lempe, fight. 

 

"Borussia abc vernichtend geschlagen!" – jetzt aber mal langsam, die Mannschaft ist bloß mit einem miesen Ergebnis untergegangen, aber nein, sie wurde "abgestraft, deklassiert, vorgeführt". Verbalgewalt, Mentalattacken wie zu Zeiten unzivilisierter Hahnenkämpfe. Immer druff. Plumpe Schlägertrupps in den Redaktionen. Guerillas mit Kamera, Mikrofon, Computertastatur und Fotoapparat. 

 

Aus dem Vorschlag, man können in diesem und jenen Fall auch eine andere Sichtweise und Meinung haben, wird "XY schmettert ABC ab ...". Wird nur um einen Standpunkt oder Kompromiss gerungen, heißt es "Der und die uneins!".  Fragt der Ehemann: "Sollen wir ins Kino gehen?", sagt die Ehefrau "Ach, lieber ins Theater"; schreibt die Zeitung: "Ehepaar zofft sich um Freizeitgestaltung" – oder "Bricht jetzt die Ehe auseinander". 

 

Mit hilft solcher Journalismus abzunehmen. Ich muss so etwas nur nach dem Essen lesen. Dann kommt's mir wieder hoch. 


zum Beispiel

Spiegel Online, 20.3.15: "Airbus-Chef rechnet mit Talkshows ab", dagegen ...

FAZ Online, 20.3.15: "Airbus-Chef kritisiert Talkshows nach Flugzeugabsturz"


Focus Online, 20.3.15: Ankündigung/Headlines eines Videos: "Stapellauf eines Schiffes endet spektakulär". Im Film dann der Kommentator, sinngemäß "Was hier so wild aussieht, ist völlig normal." ...


Stern Online, 20.3.15: "Riesiger Asteroid rast auf die Erde zu" – o je, müssen wir sterben. 

Ach nee, denn "... fliegt der Asteroid 2014 YB35 an der Erde vorbei: Der etwa 700 Meter große Gesteinsbrocken kommt auf 4,5 Millionen Kilometer an uns heran - ein aus astronomischer Sicht geringer Abstand." Gering ja. Aber immerhin nicht "auf die Erde zu". Also glatt gelogen.

Denken wir doch mal zu Ende

Ein psychisch kranker Mensch fliegt als Pilot sich und ca. 150 unschuldige Menschen in den Tod. Ganz klar, ohne Zweifel, unisono: solche "Verrückten" dürfen in gar keinem Fall ans (Höhen-, Quer- und Seiten-) Ruder.

Oder ein Kapitän setzt seinen zigtausend-Passagiere-Dampfer aus Übermut und wegen Flausen im Kopf auf den Felsen, drei Dutzend Menschen sterben; dass es nicht einige Tausend sind, ist fast Zufall. Als einer der ersten flüchtet der Kapitän vom sinkenden Schiff. Irre gehören weggesperrt, nicht ans Steuer.

Offensichtlich geistesgestörte Despoten, nicht mehr "normal" denkende, zetteln Kriege an, lassen Menschen einsperren, foltern, hinrichten – die Zahl der Opfer: ungezählt. Weil es deren zu viele sind. Klar, solche Irren muss man beseitigen. Sofort. Egal wie. Hauptsache wirksam. 

Wo beginnt Irr-Sinn ???

Diese Frage ist uralt; nie wurde sie geklärt. Allenfalls kann man schwammig definieren, wo denn eine deutliche Abnormalität vorliegt. In der Literatur gibt es viele Dramen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen; ohne hilfreich zu sein außer, dass man erkennen muss, es gibt keine Lösung. Berühmte Filme mühen sich damit ab, etwa "Die Caine war ihr Schicksal". 

Denn die Irren sind überall. Folgt man Volkes Meinung, in der Politik sowieso und überwiegend. Aber auch in Verwaltungen, Staatsdiensten. Erst recht in der Wirtschaft. Oder als Lehrer an den Schulen. Im Sport. In aller Kunst – ja geht's denn überhaupt ohne ein wenig Plem-Plem?

Würden wir für "psychisch krank" sehr enge Grenzen ziehen – ahnen wir nicht, "dann wäre ja die Hälfte der Bevölkerung nicht arbeitsfähig" ist nicht nur ein schaler Kalauer. 

Klar, der total Bekloppte am Schaltpult eines Atomreaktors – das kann und darf nicht sein, weil die Folgen unabsehbar sind. Aber ein Politiker, der erst verschroben, dann verbissen, sichließlich verbohrt und vernagelt ist – darf der auch nicht sein? 

Darf ein Unternehmer nicht ein ganz klein bisschen meschugge sein, weil sein Wahn-Sinn immerhin den Betrieb in den Ruin und damit unter Umständen Tausende von Arbeitnehmern in ein persönlich desaströses Dilemma treiben könnte. 

Darf man psychisch labilen Menschen erlauben, frei auf dem Markt befindliches Gift zu kaufen und anschließend ins Trinkwasser zu kippen? (Nebenbei, ein versenkter Benzintransporter in der Talsperre reicht schon dafür.) Muss man jetzt auch alle Lokführer psychiatrisch untersuchen lassen?

Und wie ist es denn mit Ärzten? Mit Pflegepersonal? Mit Polizisten? Darf ein Feuerwehrmann ohne Attest geistiger Unverwundbarkeit noch zum Einsatz? Müssen Bergführer vor jedem Aufstieg mit Gästen einen Psycho-Check durchlaufen? Und wie steht es mit meinem Metzger oder Bäcker, schließlich können sie mir Substanzen untermischen, die mich langfristig töten. 

Will sagen: ist das Problem in den Griff zu bekommen ???

BEvor noch endlos argumentiert wird: Nein, nein, nein.

Die Gefahr, die von Irren ausgeht, kann Unschuldige töten. Und es ist nicht zu verhindern. 

Ist das nicht irre?

Mindestlohn. So etwas Beklopptes.

Mein monatlicher Mindestlohn: 6209 Euro

Gute Arbeit muss gut entlohnt werden. An diesem Satz ist nichts falsches. Außer: Was, bitte, ist “gut” und was, bitte, ist Arbeit ????????

 

Als Mindestgüte legt die deutsche Bundesregierung derzeit 8,50 Euro pro Zeitstunde fest. Eine vollkommen wllkürliche Zahl. Aber gesetzlich verankert. Statistisch gesehen mag sie ihre Berechtigung haben. Bei einem so genannten Vollzeitjob ergibt sich eine Summe von 21 Arbeitstagen mal 8 Stunden sind 168 Monatsstunden, mal 8,50€ Stundenlohn gleich  1.428€. Das reicht, sagen die Reichen in der Regierung, zum überleben. Aha.

 

Ich habe auch einen Vollzeitjob. Mein Job ist – Denken. Um aus diesem Denken Multimediales  zu kreieren. Und mein Gehirn arbeitet pro Monat 365,25 Tage ./. 12 = ca. 30,44 Tage x 24 Std., also montatlich 730,5 Std. Multipliziert mit 8,50€ sind 6.209,25€

 

Wenn ich einen Text schreibe, dann brauche ich für das Hinschreiben (“in die Maschine tippen”) angenommen 1 Stunde. Zuvor, und zwar viele Jahre zuvor, habe ich aber, um diesen Text in einer Stunde schreiben zu können, Stunde um Stunde, Tage, Wochen, Monate, Jahre “investiert”, Zeit gebraucht, um Wissen und Erfahrung zu sammeln. Was ist nun Arbeit? Nur das Tippen auf der Tastatur?

 

Ich schreibe über das Konsumverhalten von Menschen; die ich natürlich beim Konsumieren beobachten muss. Also sitze ich im Café und trinke nebenbei einen Kaffee. Ist das Arbeit? Wird das mit 8,50€ pro Stunde mindestens bezahlt? Wenn draußen, irgendwo im Café, Kaffeetrinken nicht arbeiten ist, wieso wird dann Nebenher-Kaffeetrinken im Büro trotzdem mit 8,50€ pro Stunde mindestens vergütet?

 

Was ist Arbeitszeit, wenn ich nachts träume und diese Träume mir beim Konzipieren eines Konzeptes helfen? Bekomme ich dann Nachtzuschlag auf den Mindestlohn? Und ist die Zeit, die ich auf dem Klo verbringe, keine Arbeitszeit, obwohl ich dabei denken, also arbeiten kann?

Arbeitsentgelte auf industrie-steinzeit-niveau

Mich erinnert das Mindestlohn-Konzept an schlimmste Visionen von der Entwürdigung des Menschen. Ihn nämlich zu einem Roboter zu machen, bar jeglicher Individualität. Völlig abgeschnitten von den Früchten seiner Leistung, seines Könnens, seines Eifers. Gezwängt in einen Takt, wie die Sklaven. Als Mensch und Maschine noch in Konkurrenz waren. Gezwängt in Normen.

 

Der völlige Gleichtakt immer gleicher Bewegungen und immer kleiner werdenden Arbeitseinheiten, Arbeitsschritte. Das war einmal ideal. Es war grausam. Es war Verblödung. 

 

Was heute in vielen Berufen erforderlich ist – freilich nicht in allen – sind Intelligenz, Effektivität, Kreativität, Anpassungs- und Änderungsfähigkeit, Lernen, Optimieren, sich zeitlich wie von der Sache her vollkommen flexibel zeigen. 

 

Wieso kostet in einer Gaststätte ein Gericht x Euro, unabhängig davon, ob die Köche dafür 20 oder 15 Minuten gebraucht haben? Oder ein Flug rechtzeitig gebucht 200 Euro und last minute 400 Euro, obwohl die Flugstundenzeit vollkommen identisch ist?  Wieso soll dann nicht der Lohn eines "Arbeiters" für die Verrichtung einer bestimmten Arbeit genau so gut per Stück erfolgen – und nur in begrenzten, wenigen Ausnahmefällen HILFSWEISE per Stunde und pauschal??

 

Und wieso kostet das Gericht auf dem Teller nicht gesetzlich vorgeschrieben x Euro mal irgendeinen Faktor mehr, weil nämlich der Koch zig Stunden Ausprobieren und Erfahrung und Lernen in das Kochen dieses Gerichts investiert hat? Wer bezahlt ihm diese Zeit?

 

Ich schreibe, weil ich Erfahrung habe, einen Text in einer Stunde. Wäre ich doof, unerfahren, faul, bräuchte ich drei, vier, fünf Stunden. Bekäme ein zigfaches bezahlt, gesetzlich angeordnet, als unter Nutzung meiner Intelligenz. 

 

Ja, wie doof muss ich denn da sein, mich noch intelligent und könnend zu zeigen?

Zusammengefasst:

Ja, es gibt Arbeiten, die sind "getaktet". Da gilt die Formel "Menge Arbeitsstunden = Menge produzierter Leistung". Egal, ob man am (getakteten) Fließband steht oder als Bahnschaffner permanent von der Improvisation lebt, das aber eine Schicht lang. Da sind Mindest- oder sonstige Stundenlöhne angebracht. 

Aber mindestens gibt es ebenso viele Berufe, in denen Aufwand und Effekt (also Input und Output) NICHT an die Zeit gebunden sind, sondern anderen Faktoren unterliegen. Für die ist der Mindestlohn nicht nur "Quatsch", sondern schlichtweg unbrauchbar. Doch genau für diese Berufe hat die Wirtschaft, haben Gewerkschaften kaum Antworten bereit, da sie (durchaus an anderer Stelle aus gutem Grunde) gegen Dienstleistungsverträge sind. Aber eben "die Wirtschaft" eher zur Simplifizierung der eigenen Kalkulation nach Stückpreisen verlangt, völlig unabhängig davon, welcher Aufwand hinter der Herstlelung eines Produktes oder einer Dienstleistung steht. 

Ein Konflikt, der wahrlich einer ist, aber bei weitem nicht lösbar erscheint. 

Sparen durch Geldausgehen

Wie wir willig wahnsinnig werden

Neulich hatte ich Besuch im Haus. Es kam zu einer heftigen Diskussion, an deren Ende ich leider den Gast in die Psychiatrie einweisen musste. Wegen tiefer, unheilbarer Schizophrenie, hervorgerufen durch moderne Werbung. 

Und das kam so. Ich bat meinen Gast, im gesamten Haus nicht das Licht zu löschen, in allen Zimmern nicht, auch bei Tage. Das entsetzt-erstaunte Blicken konnte ich leicht und logisch beantworten: „Ich habe überall Energiesparbirnen installiert. Und je länger die brennen, desto mehr Geld spare ich." Weil sich der Gast einer Schnappatmung hingeben musste, konnte ich blitzschnell hinzusetzen: Bis heute habe ich 15.000 Kilowattstunden gespart, von diesem Betrag fahre ich in Urlaub.“

Bin ich meschugge? Nein, ich habe die Werbung durchschaut. Denn die macht mit uns täglich genau dies. Auch mit meinem bedauernswerten Bekannten, der nun in der Psychiatrie lernen muss, dass nicht er, sondern die Werbung total bekloppt ist. Weil er mir dieses Geständnis abgelegt hat. 

1. Aldi verkaufte neulich XYZ für 1,99 statt 2,99. Mein Bekannter kaufte. Er benötigt eigentlich gar kein XYZ.

2. Er hat eine Zeitschrift abonniert. Für die ersten drei Wochen kostenlos, dann ein halbes Jahr minus 30 Prozent und obendrein ein Grillbesteck. Mein Bekannter kommt aus Zeitmangel nicht zum Lesen und obendrein ist er Vegetarier und Salat-Fan.

3. Rumpelflug-Airways bot neulich einen Städtetrip an: Deutschland—Weltstadt 99 Euro hin und zurück inklusive Sitzplatz und Butterbrot. In der Weltstadt gab mein Bekannter 990 Euro für Hotel, Transport, Essen+Trinken aus. 

Fazit: Wir alle treffen unlogische Entscheidungen. Scheinbar aus Gier. Weil wir etwas sparen können, umsonst bekommen. So funktioniert die gesamte Werbung: auf „kostenlos“ oder „billiger“ fahren so viele mit kalkulierbarer Sicherheit ab, dass die Masche sich absolut lohnt. Und die, die von sich behaupten, sie fielen auf diesen (Werbe-)Trick nicht rein, sie wären als Konsumenten völlig souverän und unbeeinflussbar – das sind all diejenigen, die – wären die Abteilungen nicht überfüllt – sofort, heute noch in die Psychiatrie einzuliefern sind. Denn keiner von den scheinbar Unabhängigen trifft jemals eine Kaufentscheidung, wenn sie nicht zu seinem Vorteil ist. Dass es mathematisch das gleiche ist, wenn man den Preis senkt oder die Menge und Qualität (bei gleichem Preis) erhöht – nun, das haben diese Besserwisser leider seit ihrer Schulzeit wieder vergessen. Und dass durchaus viele kaufen, weil der Preis bewusst hoch ist, aber nicht der eigentlichen Qualität entspricht, so hoch, dass ihn sich nur wenige erlauben können, die dann fortan im Bewusstsein des Exklusiven und "Besserseins" leben – tja, das sind halt die unbehandelbaren Fälle. 

Ergo: diejenigen, die von sich behaupten, nicht auf Werbung reinzufallen, sind diejenigen, die man am besten manipulieren kann.


Warum sind wir so?

Überbleibsel von Gensequenzen aus der Steinzeit? Antrainiertes Kulturverhalten? Individuelle Macke? Massenhysterie?


Die Erklärung ist viel einfacher: Beutetrieb. Überlebensstrategie. «Suvival of the fittest», die Dominanz-Chance für die am besten Angepasstesten. Seit es Leben gibt – vom Einzeller an – geht es um die Verwertung von Energie. Was zu übersetzen ist mit „Nutzen der besten sich bietenden Möglichkeiten“. Kein Tier wird eine Chance auslassen, sich individuell gegenüber anderen, erst recht anderen Arten, zu behaupten, durchzusetzen. Warum sollten dies die Menschen tun. Sie werten alles, was in ihrer Umgebung geschieht, unter dem Entscheidungs-Blickwinkel: habe ich Vorteile davon? Vorteil erhaschen – nur das können wir wirklich. Alles andere ist kulturell erdichtetes Geschwafel und pseudo-philosophisches Geschwurbel. Der Mensch ist weder gut noch böse. Er ist ein Chancen-Verwerter. So steht er da, er kann nicht anders. 


Werbung ist die derzeit intelligent-eleganteste Art, diesen Trieb zu nutzen. 


Medien machen Zitate zu Nachrichten und damit zu vermeintlichen Wahrheiten

Man muss sich dieses Widersinns nur erst einmal bewusst werden: wie kann etwas „privat“ sein, wenn es öffentlich gezeigt wird? Ein weiterer Beweis dafür, dass wir zwischen den Ebenen von Ursache und Wirkung, Sein und Schein kaum noch unterscheiden.
Man muss sich dieses Widersinns nur erst einmal bewusst werden: wie kann etwas „privat“ sein, wenn es öffentlich gezeigt wird? Ein weiterer Beweis dafür, dass wir zwischen den Ebenen von Ursache und Wirkung, Sein und Schein kaum noch unterscheiden.

Dies ist ein Foto einer (im übrigen netten und charmanten) Person, das diese Person mit einem Foto seiner Person in einem Medium zeigt, das dieses Foto einem anderen Medium entnommen hat und das Foto deshalb so interessant ist, weil auf dem Foto eine andere Person zu sehen ist. 

 

Was jetzt nach höherem Blödsinn ohne tieferen Ernst klingt, ist die Medien-Wirklichkeit der jetzigen Zeit. In der die vermeintliche Wahrheit daraus besteht, dass andere Medien zitiert werden. Das kennt man in abgewandelter Form schon lange, heißt manchmal Voodoo oder scheinbar seriös klingend "a self fullfilling prophecy". Man kann – voodoo-like – einem Menschen so intensiv suggerier, bald zu sterben, bis die Person aus Angst um ihren Tod wirklich stirbt. 

 

Alles Quatsch? Nein, das Geheimnis heutiger Medien ! ! ! 

Irgendetwas passiert auf dieser Welt. Dann könnte ein zufälliger Augenzeuge zufällig ein Handy-Video machen und es auf YouTube einstellen. Von YouTube geht es als Links und Likes via Facebook in andere Kanäle, Google+ und Xing, normale Emails und Blogger in aller Welt tragen es weiter. Oft binnen Stunden (um nicht zu sagen: zuweilen auch binnen Minuten). 

Nun berichtet eine – oder mehrere – Tageszeitungen darüber. Worauf eine Presseagentur einen Artikel schreibt, des Inhalts, dass zahlreiche Blogger über ein Youtube-Video berichten, das irgendetwas zeigt. 

Diese Pressemitteilung wird nun an die Tagesschau oder den Spiegel gesendet. Einer von beiden, sagen wir Spiegel Online, veröffentlicht es. Dann berichtete eine Stunde später die Tagesschau, dass Spiegel-Online meldet ... –– –– –– und so weiter, und so fort. 


Wahrheit aus fünfter, sechster, zehnter Hand. Und keiner hinterfragt sie mehr. Das Ereignis an sich kann falsch dargestellt sein. Mag sein, dass auch dies diskutiert und kommentiert wird. Aber Tatsache ist, dass die Meldung an sich als Tatsache gilt – eben: a self fullfilling prophecy. Der Beweis seiner selbst. Bewiesen ist nichts, außer, dass der Beweis nicht widerlegt werden kann. Ein Phänomen, an dem Philosophen, Logiker und Rhetoriker in den verschiedensten Varianten schon seit Jahrtausenden sich die (mentalen) Zähne ausbeißen. Wenn ein Kreter sagt: "Alle Kreter lügen" (Achtung, keine Diskriminierung und Grund für einen Griechenland-EU-Austritt, sondern uraltes Logik-Paradoxon aus der Antike).

Schauspiele, Gedichte, Theater, Film, die ganze Literatur – seit jeher und mit anhaltender Lust tun sie genau nichts anderes. Nämlich Fiktion und Phantasie als Realität zu präsentieren und zu suggerieren, als könne, was eigentlich unmöglich ist, wirklich möglich sein. Alle Helden- und Sciencefiction-Filme leben davon, dass Zuschauer bereit sind, ihre eigene Logik  auszuschalten und sich der Illusion hinzugeben, das Virtuelle sei das Reale. Solange Bud Spencer mit einem Schlag 20 Gegner in den Sand haut (was nicht geht) oder James Bond mit einem Kugelschreiber als Raketenshuttle durch die Luft fliegt (was auch nicht real möglich ist), rettet das Bewusstsein, alles sei Klamauk und Parodie die Zuschauer vor der Einweisung in die Psychiatrie.


Bislang hatte man unterschieden zwischen Theater/Kino und den Medien (denen Wahrheits- und Wirklichkeits-Gehalt zugeschrieben wurde). Wenn im Kinofilm der schnöde Schurke die schwangere, 

lustvoll schmachtende Maid sitzenlässt, dann heulen zwar ganze Heerscharen eigentlich ansonsten ganz vernünftiger Frauen – aber nun ja, hier (im Dunklen des Kinos) ist man Menschin, hier darf man sein, wie man ist. 


Doch jetzt auch: nun regen sich Millionen von Menschen auf, weil sie lesen, was andere Medien geschrieben oder getwittert oder gelikt haben – sie regen sich auf, ohne jemals zu fragen, ob das, worüber sie sich aufregen, wirklich wahr ist oder sein könnte. 


Wenn Zuschauer Soap-Operas und nachgestellte vermeintliche Reportagen für die wahre echte Wirklichkeit halten – oder wenn sie der Meldung der Tagesschau vertrauen, Spiegel Online würde berichten, die Nachrichtenagentur meldet, dass Blogger weitergeben, was über Facebook verbreitet wird, dass ein Youtube-Video ...  – – dann sind die Medienkonsumenten wirklich dort angekommen, wo sie kein Entrinnen mehr haben. 

Im Wahn-Sinn. In einer Welt, von der sie wähnen, es wäre die echte, wirkliche. Und die in Wirklichkeit eine bloße Selbstbezüglichkeit ist: Die Medien berichten über die Medien. Die Literatur darüber, wie Literatur entsteht. Filme zeigen, wie man Filme macht. 

 

Übrigens, das will jetzt nichts heißen, dieser Blog (und anderes von mir) ist nichts anderes als ein Medium, dass über Medien und ihre Wirkungsweisen berichtet. Aber wie gesagt, dass muss nichts hießen.

Wer jetzt noch nicht den Überblick verloren hat oder verrückt geworden ist, dem empfehle ich nebenstehendes Buch. Doch bitte seien Sie vorsichtig: in weniger als einem Jahr Lesezeit – täglich fast nicht mehr als eine Seite – werden sie es selbst bei testierter Hochintelligenz kaum verstehen können. 


aus Wikipedia:

Hofstadter sieht in bestimmten selbstbezüglichen Mustern, den von ihm so genannten Seltsamen Schleifen, den Schlüssel zum Verständnis von Phänomenen wie Sein oder Bewusstsein. Er stellt diese Muster in seinem Buch vor. Seine Systematik verbindet das mathematische Werk Kurt Gödels mit den kunstvollen Illustrationen M. C. Eschers und der Musik Johann Sebastian Bachs. Diese schöpferischen Werke setzt er in Beziehung zur Informatik, wie selbstbezüglichen Computerprogrammen, den so genannten Quines, und den Strukturen der DNA, mithin der Molekularbiologie.

Das Buch wurde in Deutschland ein Bestseller und stand für fünf Monate auf Platz 1. 1980 wurde es mit dem Pulitzer-Preis in der Kategorie General Non-Fiction und dem American Book Award in der Kategorie Science Hardback ausgezeichnet.


Zeitung, Wahrheit, Medien-Entwicklung

Cordt von Schnibben und ein Multimedia-Feature in Spiegel Online


Betreutes Schreiben. Und andere Entmündigungen.

Neulich wurde in Solingen – wieder einmal – eine „Schreibwerkstatt“ angeboten. Das ist eine ähnliche Wegnahme jeglicher (mentaler) Selbständigkeit wie ein Gitter am Krankenbett oder das Geschobenwerden im Rollstuhl. Schreiben ist kreativ. Kreativität ist etwas Persönliches. Etwas sehr Meditatives. Ein Dialog mit sich selbst (uralte Metapher). Ein Hineinhorchen in sich bzw. auf die Innere Stimme. Schreiben ist etwas Intimes. 


Wie kann ein anderer Mensch sich anmaßen, darüber zu urteilen. Gar „helfen” zu wollen. Wie kann man in der Gruppe, sozusagen geistig Händchen-an-Händchen, schreiben? Ja, singen kann man miteinander, tanzen auch. Aber nicht schreiben. Der eine hüpft dabei rum, der andere sitzt wie erstarrt, die eine will den Tee dazu schlürfen, andere liegen in der Sonne und warten auf Ideen. Eben: schreiben ist etwas ganz Pesönliches. 


Nicht, wenn man psychotherapeutischen Missionswahn hat. Dann bietet man eine Schreibwerkstatt an, in der sich womöglich alle lieb haben müssen. Schreiben ist auch Verarbeiten von Wut und Empörung. Bevor Sie das für Unsinn halten: dies ist eine Original-Aussage von Herta Müller, der diesjährigen Preisträgerin der Schärfsten Klinge, der höchsten Auszeichnung Solingens. Protest kann man nicht formulieren, wenn man zum Bravsein gezwungen ist. 


Wenn man sich umschaut in den Bemühungen um Einigkeit und Harmonie „im Internet“, auf den Foren aus und über die Klingenstadt, dann kann man immer mehr zu dem Schluss gelangen, es ginge eine Verkindlichung umher, die man in fortgeschrittenem Alter Demenz nennt. Eine Süßlichkeit des gewollten Bemühens, die als Anmaßung bezeichnet werden darf. 


Es kann sein, dass ich schlecht schreibe, Mist, Unsinn, Furchtbares. Aber dann a) WILL und b) ICH das schreiben, auch wenn es anderen nicht gefällt. Es ist nämlich mein Schreiben. Es muss nicht jedem anderen gefallen. Aber dass andere, bar sonstiger geistiger Freundschaften, es nötig haben, sich Vorschriften für ihre Kreativität und Phantasie machen zu lassen, sich in Gruppen einzuzwängen, die angeblich der Individualität dienen – boh ey Mann, arme Schweine. 


Ach so: Es ist wie in der Fahrschule; gut, wenn bei den ersten Übungen ein Fahrlehrer dabei ist. Aber wohin ich fahre, nach der Prüfung, das bestimmt nicht der Fahrlehrer. Man kann „Schriftstellerei-Werkzeuge“ kennen lernen. Aber schreiben, nein schreiben kann man immer nur - - - aber das sagte ich ja bereits. 

Vier legale Wege, Massenmord zu begehen

Erstens: Krieg; rechnet sich immer, denn meist gehen die drauf, die ihn nicht begonnen oder geführt haben und man hätte auch noch nie davon gehört in jüngster Zeit, dass außer einigen vorgeschobenen Sündenböcken Staaten wegen Kriegen zur Rechenschaft gezogen worden wären. 


Zweitens: Streß, Hektik, Leistungszwang. Nirgendwo im Kapitalismus wird noch auf die Bedürfnisse einzelner Rücksicht genommen; schon gar nicht auf die persönliche Leistungsfähigkeit. Entweder man erfüllt das Soll – oder ist weg vom Fenster. Respektive tot. Gestorben an Infarkten oder mit dem Auto wegen „hab's eilig" vor den Baum gegurkt ...


Drittens: legale Drogen, allen voran Nikotin und Alkohol. 


Viertens: Das, was wir Essen nennen und besser Fraß genannt werden sollte. 

Wie Forscher nun bestätigen:

Cambridge (pte) - In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist zwar der Konsum von gesunden Lebensmitteln weltweit angestiegen - jedoch wurde dieser von der Zufuhr an ungesunder Nahrung überflügelt. Besonders in Industrienationen verschwindet der positive Effekt durch den Konsum von ungesunden, industriell verarbeiteten Lebensmitteln und zuckerhältigen Getränken.

So zählen die USA, Kanada, Westeuropa, Australien und Neuseeland zu den von der Essensqualität her schlechtesten in der Welt. Das gesündeste Essverhalten wurde hingegen in ärmeren Ländern wie dem Tschad oder Mali, aber auch in Mittelmeerstaaten wie der Türkei und Griechenland gefunden.


Heisst frei übersetzt: Die jeweiligen Staaten haben Gesetze geschaffen, die es einer auf Profit ausgerichteten "Nahrungsmittel"-Industrie erlauben, Menschen krank zu machen – und zwar bis hin zur Ursache von individuellen Todesfällen. Wir je einer jemals zur Rechenschaft gezogen von den Verantwortlichen? Nie. „Schuld“ sind immer die Konsumenten selbst, von denen dann gesagt wird, sie seien zu blöd, vernünftig zu essen. Dass sie aus Armut oder Leistungszwang, Lebensumständen und Verführung oft keine andere Chance haben – wen kümmert's?