Jung. Alt. Mann. Frau. Denkend. Doof. 

Männer und Frauen, ein beliebtes Thema, um Witze zu reißen, die dann dazu führen, dass man unreparierbar in Streit und Zwist gerät. Alt und jung auch. 

 

Die Jungen, die ja nichts können, jedenfalls nicht so richtig, sagen die Alten. Und die verknöcherten Alten, total unflexibel, längst von der Realität abgekoppelt, empfinden es – zumindest manche – Junge. 

 

Vielleicht ist manchmal unflexibel ja gar nicht so übel. Wenn es darum geht, auch Versuchungen eines nur allzu leichtfertig „ach, könn’ wa ja mal probieren“ Schlingerkurses – oder sinnleerer Neuerungen, die nur den Zweck haben, neu und sonst nichts zu sein. 

 

Und dass die Jungen oft weniger können als die Alten – wer wollte es bestreiten? Ein Baum im Frühjahr sieht wunderschön aus, mit all seinen Blüten. Allein, er trägt keine Früchte. Und im Herbst, wenn sie reif sind, will der Baum partout nicht mehr so richtig grünen, eher welkt er schon. Aber eben: Früchte hat er. 

 

Und so werden sie wohl ewig sein, die Konflikte. In den Meetings. In den Familien. In der Gesellschaft. Da verkünden die jüngeren stolz, was sie sich ausgedacht haben. Und den älteren grausts, weil es sie daran erinnert, genau damit schon einmal gescheitert zu sein. Klar, wer älter ist, möchte, was er erreicht hat, nicht mehr experimentell aufs Spiel setzen. Eher dran festhalten – bis es oft zu spät, viel zu spät ist. 

 

Und wer jung ist, kann nicht unbedingt wissen, was sich bewährt hat und was einer ständigen Anpassung bedarf, für jüngere Menschen ist alles oft aufregend herausfordert. Eine Chance. Für ältere kann gleiches eine Bedrohung sein, eine Gefahr, vor der man meint, intensiv warnen zu müssen. Was einem dann als Starrsinn und Uneinsichtigkeit ausgelegt wird. Nun, wer noch nie im Kampf gestorben ist, weiß nicht, wie gefährlich kämpfen sein kann und wird es munter-unbesorgt angehen. 

 

Frauenquote, um das eine Streitthema aufzugreifen, ist ja der längst nicht unbedingt geglückte Versuch, Können und Geschicklichkeit, Wissen und Geisteskraft an körperlichen Eigenschaften festzumachen. Aber sie ist politisch korrekt, das zumindest. 

 

Fehlt noch, dass wir jetzt eine Altenquote oder umgekehrt eine U25-Quote bekommen, in allen Gremien, Geschäftsleitungen, Entwicklungsabteilungen und überall da, wo entschieden werden muss. 

 

 

Dann würde zwar alles anders. Aber wer für den Schaden aufkommt, sollte vorher geklärt sein.