Konjunktur-Aufschwung: Flüchtlingsindustrie

Das hässlichste wort des Jahres ...

.. steht für mich persönlich schon jetzt fest: Flüchtlingsindustrie. 

Not als Ware. Elend als Geschäftsmodell. Leiden als Einnahmequelle. - - - Eigentlich denkt man ja fast täglich, perverser kann die Welt nicht werden. Und dann wird sie es doch: Flüchtlings-INDUSTRIE. Ist sie wirklich perverser geworden?


Nein, überhaupt nicht. Die Welt, die menschliche Gesellschaft, war immer schon so. Krieg als Verdienst- und Einnahmequelle, Töten und Morden als Grundlage für Reichtum, Macht und Wohlstand vieler – seit es Geschichtsschreibung gibt, berichtet Geschichtsschreibung davon. 


Auch wenn wir es als pervers, inhuman, abscheulich, widerwärtig, geistig krank oder wie auch immer empfinden: Das Elend von Menschen war und ist – es steht zu befürchten: wird auch immer sein – die Grundlage für Wohlstand und „es sich gut gehen lassen”. 


Die Frage ist immer nur: Auf welcher Seite stehst Du? Im Schatten – oder im Licht ???


Gerne regen wir uns – derzeit wieder einmal – über das Schicksal Not leidender Menschen auf. Moralisch richtig, ethisch mehr als notwendig, aus religiös-philosophischer Sicht absolut geboten – aber in der Summe, unter'm Strich, „at the end of the day” – allesfalls als eine Meldung am Rande. Wir machen uns noch nicht einmal die Mühe, den alltäglichen Zynismus zu bändigen. Na, wenn schon weit weg von der Heimat, empfiehlt Vodafon (vollautomatisch vermarktet von Google), dann am besten mit Mobil-Flatrate.


Schon kursieren auch in bürgerlichen Kreisen die ersten Vermarktungs-Chancen für Flüchtlinge: endlich billige Arbeitskräfte, endlich genügend Pflegepersonal, Menschen, die zu unter Mindestlohn zu arbeiten bereit sind . . . - - - und die Wahrheit, Wirklichkeit, Wohlstands-Finanzierung?


Die gibt vor: ja, das wäre der Flüchtlinge Chancen. Wenn sie die Möglichkeit hätten, nach ihren jeweiligen indivifuellen Fähigkeiten aus eigener Kraft (weil nur das, wirklich nur das, auf Dauer das Selbstbewusstsein NICHT kaputt macht) sich ein neues Leben aufzubauen, einzurichten. Ob dies Bleiben oder Zurückgehen, Zwischenstation oder Neue Heimat heißt, darüber kann, darf, muss, soll niemand urteilen und dazu Vorgaben machen. 


„Flüchtlingsindustrie” könnte sogar (wenn das Wort nicht längst „verbrannt” wäre) eine positive Bedeutung haben: geben wir den Ankommenden die Chance, sich in unserer Wirtschaft, Gesellschaft, Mitte schnell und mit Würde zu integrieren; ohne Gängeleien durch Bürokratie. Natürlich, ganz ohne Frage, zur Gänze auf dem Boden der Moral- und Rechts-Gesetze, von Anstand und Toleranz, Respekt und Solidarität.


Aber natürlich tun wir lieber mit Flüchtlingen und der Flüchtlings-Industrie und Anteilnahme-Medien genau das, was wir am besten können: Zuwachs generieren. Die einen mehren die Einnahmen, die anderen die Zuschauer-Quote. Unter'm Strich kommts auf gleiche raus. Man möchte seine Position behaupten in der neuen Wirklichkeit. Das hässliche Wort vom Kriegs-Profiteur wird nach Möglichkeit gemieden.


Weil: die Profiteure der Kriege, von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungerechtigkeit sind iwr ja alle. Nicht unsere Industrie (alleine); nicht windige und asoziale Geschäftemacher (alleine), nicht «die”, immer die anderen: nein, wir alle, jeder von uns. 


Zynismus pur: „... senkt die Kaffeepreise, weil die Entwicklung an den Beschaffungsmärkten das möglich macht ...”: Im Klartext: weil wir denen, die den Kaffee produzieren, noch weniger zahlen. So wenig, dass Wohlstand durch Arbeit nicht möglich ist. So wenig, dass Kriege entstehen. Kriege, die Flüchtlinge produzieren. Flüchtlinge, die wir dann finanzieren. 


Auch wenn man nicht Bohne für Bohne, je Asylbewerber und Geflüchtetem, den Zusammenhang DIREKT nachweisen kann, INDIREKT ist es logisch und unwiderlegbar:


Mit dem Geld, was wir beim Kaffeekauf bei den Discountern sparen, können wir Deutschen uns leisten, gut zu Flüchtlingen zu sein und ihnen das Ankommen in diesem Land finanzieren. 


Wie es dann weitergeht? Jetzt hören Sie mal bitte auf mit solch saublöden Fragen.